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Dreckecken in Brake und Lemwerder Reifen, Altkleider und Matratzen – illegale Müllentsorgung bleibt ein Ärgernis

So sollte es nicht aussehen: auf dem Famila-Parkplatz häuft sich der Müll vor den Altkleider-Containern. Dabei wird offensichtlich nicht nur Kleidung entsorgt.

So sollte es nicht aussehen: auf dem Famila-Parkplatz häuft sich der Müll vor den Altkleider-Containern. Dabei wird offensichtlich nicht nur Kleidung entsorgt.

Privat

Brake - Kaugummis kleben auf dem Asphalt, Fastfood-Verpackungen liegen in den Büschen und ein alter Handschuh liegt platt getreten auf dem Gehweg – Müll in der Natur ist wohl für niemanden ein schöner Anblick. Trotzdem gibt es immer wieder „Dreckecken“, an denen Menschen ihren Abfall illegal entsorgen. Ein Dauerproblem ist das zum Beispiel rund um die Altkleider-Container auf dem Famila-Parkplatz in Brake. Auch in Lemwerder an der Hafenstraße kam es in der Zeit von Sonntag bis Montagmittag zu einem solchen Vorfall. Dazu bittet die Polizei aktuell um Hinweise.

Zusammenbruch des Alttextilmarktes

Zu Verschmutzungen kommt es auf dem Gelände des Famila-Marktes beinahe täglich, so die stellvertretende Marktleiterin Patricia Kompert. Da Famila die Fläche lediglich an einen Dienstleiter vermietet, ist dieser auch in der Verantwortung, seine Container regelmäßig zu leeren und die Vermüllung zu beseitigen. Zweimal in der Woche melde sich das Center-Management bei diesen Dienstleistern.

Das Problem dabei: Der Alttextilmarkt steht offenbar kurz vor dem Zusammenbruch. So hieß es zumindest in einem Bericht des Europäischen Wirtschaftsdienstes (EUWID), den Hans Conze-Wichmann, Geschäftsführer der GIB Entsorgung Wesermarsch GmbH, im Betriebsausschuss Abfallwirtschaft am Mittwoch vortrug. Dies liege unter anderem an einer geringen Nachfrage nach recycelten Materialien. Soex, einer der größten Anbieter, habe Insolvenz angemeldet. Das wirke sich auch auf die Entleerung der Container aus. „In der Wesermarsch sieht es zwar noch ganz gut aus, aber dieser Umbruch wird nicht einfach so heilen“, sagt Conze-Wichmann.

Kein Verständnis

Auch Brakes Bürgermeister Michael Kurz ist das Problem bewusst. Für ihn sind Beobachtungen wie diese ein besonderes Ärgernis, da Kurz bereits seit neun Jahren Aktionen wie „Brake räumt auf“ organisiert. „Ich habe keinerlei Verständnis für dieses unzulässige Müllabladen. Da braucht es einfach mehr Sensibilität und Verständnis der Bürger“. Schließlich gebe es genügend Sammelstellen und Recyclinghöfe, bei denen man einigen Müll wie Glas oder Altkleider kostenlos abgeben kann. Auch kaputte Elektrogeräte könne man bei entsprechenden Fachgeschäften abgeben. Sogar Altöl nehme jede Tankstelle an. Für andere Abfälle wie Restmüll gebe es schließlich eine schwarze Tonne, so Kurz. Conze-Wichmann erklärt dazu: „Wir haben das Prinzip der verursachungsgerechten Entsorgung. Jeder Bürger kann seine Tonne mindestens sechsmal pro Jahr rausstellen“.

Schäden und Mängel melden

Dennoch werden einige Ecken immer wieder verschmutzt. Eine Steigerung habe es in den vergangenen Jahren aber nicht gegeben, viel mehr passiere das in Phasen, so Kurz. Da es sich an den meisten betroffenen Stellen um öffentliche Verkehrsräume handle, gilt der Datenschutz. Damit lassen sich nicht einfach Kameras installieren. Für weiteres Personal mangle es an Mitteln. „Ich habe keine Ideen mehr, wie wir dieses Problem endgültig lösen sollen“, sagt Kurz. Die Entsorgung ist natürlich auch ein Kostenpunkt. Ein Einsatz der Bauhof-Mitarbeiter könne schnell mal Kosten im vierstelligen Bereich verursachen. Die Verursacher, die dann letztlich auch diese Kosten übernehmen müssen, finde man jedoch eher selten. Anstatt sich auf sozialen Plattformen wie Facebook über eventuelle Drecksecken zu beschweren, appelliert Bürgermeister Kurz, die Homepage der Stadt Brake zu nutzen. Unter dem Button „Sag’s uns“ können Schäden und Mängel an öffentlichen Einrichtungen, Straßen oder Gehwegen gemeldet werden.

Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie auch besonders schlimme Dreckecken in der Wesermarsch entdeckt? Bitte schreiben Sie uns und senden Fotos an: red.brake@nwzmedien.de

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Leonie Meyer
Leonie Meyer Volontärin, 1. Ausbildungsjahr