Emden - Das Emder Klinikum will das Personal in seiner Notaufnahme zukünftig besser vor übergriffigem Verhalten schützen. Grund dafür ist ein Vorfall, der sich vor einigen Wochen ereignet hat, bei dem ein Arzt und zwei Pflegerinnen vom Vater eines eingelieferten Patienten wüst beschimpft und körperlich angegangen worden sein sollen. Erste Sofortmaßnahme der Klinikgesellschaft: ein Sicherheitsdienst, der bei Konfrontationen unterstützen soll.
Es sei sehr traurig, dass ausgerechnet die Helfer in Notfallsituationen Opfer von Angriffen werden, erklärte Dr. Alexander Dinse-Lambracht, Chefarzt des Interdisziplinären Notfallzentrums. Er und Pflegedirektorin Sonja Abbas, die für den Funktionsdienst und die Akutpflege zuständig ist, hatten sich an diese Redaktion gewandt, um für mehr Respekt gegenüber dem Personal zu werden. Der Klinik sei zwar bewusst, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Übergriffen auf Rettungspersonal gekommen sei. Davon betroffen sind unter anderen auch Feuerwehrmitglieder und Rettungssanitäter. Für das Emder Klinikum sei diese Attacke in ihrer Heftigkeit aber ein Novum. „Dabei wollen unsere Mitarbeiter den Menschen nur helfen.“
Plakate und Videokameras in der Notaufnahme
Das scheint aber nicht überall so gesehen zu werden. Nun will die Klinik nicht nur mit dem Sicherheitsdienst, sondern auch technisch aufrüsten und besser über die Abläufe in einer Notfallambulanz aufklären. Dass die Reihenfolge der Patientenaufrufe etwa nicht abhängig ist vom Zeitpunkt des Erscheinens, sondern von der Dringlichkeit der Behandlung, sei immer noch nicht jedem Besucher klar, erklärten Dinse-Lambracht und Abbas. Zukünftig sollen darüber nun extra gestaltete Plakate im Wartezimmer aufklären, teilten die beiden im Gespräch mit dieser Redaktion mit. Es sei auch an der Klinik selbst, konfrontative Situationen im Vorfeld zu vermeiden, sagten die beiden. Daher dieser Schritt.
Wenn das aber nichts hilft, soll eine ausgefeiltere Videoüberwachung die Tatverfolgung erleichtern und Abschreckung erreichen. Auch werden mehr Sicherheitstüren und Notfallknöpfe in der Anmeldung sowie den Behandlungszimmern installiert. Zu guter Letzt überlege die Trägergesellschaft der Kliniken Aurich-Emden-Norden auch, ob zukünftig neben den bereits bestehenden Deeskalationsfortbildungen für die Mitarbeiter noch zusätzliche Selbstverteidigungskurse angeboten werden, erklärte Pflegedirektorin Abbas.