Der von vielen Beobachtern prognostizierte Streit blieb aus: Straff organisiert und für AfD-Verhältnisse relativ geräuschlos vollzog die niedersächsische Rechtsaußenpartei in Celle eine kleine „Zeitenwende“. Künftig kann sie auch Delegierten-Parteitage ausrichten und vermutlich leichter Hallen für ihre Versammlungen finden. Die Attacke des früheren Landesvorsitzenden Armin-Paul Hampel verpuffte. Nur wenige der rund 470 Mitglieder in Celle muckten gegen die Satzungsänderung auf. Sie befürchteten (zumindest in diesem Punkt) eine Annäherung zu den verhassten „Altparteien“.
Die Satzungsänderung ist vor allem ein Erfolg für AfD-Landeschef Frank Rinck. Angespannt verfolgte er die Debatte auf dem Podium, meldete sich nur kurz, aber prägnant zu Wort. Er sitzt aktuell offenbar fester im Sattel als seine Vorgänger. Einer von ihnen, Jens Kestner, der als Mann des nationalen Flügels gilt, wechselte inzwischen in den AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt. Er wäre in Celle nicht einmal stimmberechtigt gewesen.
Inhalte spielten auf dem Konvent in Celle, der von lautstarken Protesten eines bunten Bündnisses begleitet wurde, eine eher untergeordnete Rolle. Wie die AfD über aktuelle Themen denkt, konnten Interessierte auf ausgelegten Flyern nachlesen. Da wurde die Grünen-Politik anhand von Habecks Heizungsgesetz attackiert. Unter dem Titel „Asylchaos beenden“ lag ein Faltblatt vor, das eine Deutschlandkarte mit dem Anteil von Personen mit Migrationshintergrund in den Regionen zeigt. Die Farben: hell- und dunkelbraun, wie bei einer Waldbrandkarte im Dürresommer. Ein weiteres Beispiel für die Brandstifter der AfD, die in Niedersachsen seit 2022 ein „Verdachtsobjekt“ des Verfassungsschutzes ist.