Der Wohnungsmarkt in Niedersachsen ist angespannt: Bis 2040 werden rund 147.000 zusätzliche Geschosswohnungen benötigt. Die Kosten für Material und Energie liegen bei Spitzenwerten. Kreditzinsen sind gestiegen. Der Abwärtstrend bei Gebrauchtimmobilien setzt sich fort. In dieser Situation gründet das Land eine Landeswohnungsgesellschaft.

Damit erfüllen SPD und Grüne ein zentrales Wahlversprechen. Nach den schlechten Erfahrungen mit Finanzinvestoren treffen sie zudem auf eine breite Erwartungshaltung in der Bevölkerung: Der Staat müsse für preiswerte Wohnungen sorgen. Dabei kommt auch das Land nicht an den Marktgesetzen vorbei.

Bauminister Lies weiß das und sucht sich daher starke Partner aus der Branche. Damit die neue Gesellschaft „Wohnraum Niedersachsen“ bereits in der Startphase auf 1600 Wohnungen kommen kann, sollen bereits begonnene Projekte kommunaler Gesellschaften beendet werden. Abgesehen davon, dass die 1600 Einheiten lediglich der berühmte „Tropfen auf dem heißen Stein“ sind, erscheint völlig unklar aus heutiger Sicht, wie das Land bis 2040 rund 20.000 zusätzliche Wohnungen schaffen will. Daher sollten die Bürger die Erwartungen nicht zu hoch schrauben.

Lies weiß auch, dass es Kritik hageln wird. Aber das Signal ist eindeutig: Angesichts der desaströsen Situation auf dem Wohnungsmarkt wäre Nichtstun keine Option. Sollte die neue Gesellschaft erfolgreich sein, wäre es für Lies ein Meisterstück – auf dem Weg zu höheren Aufgaben.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent