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nordwest-zeitung

Schandflecke in der Innenstadt Dreck, Graffiti, Verwahrlosung – Wo Oldenburg nicht mehr schön ist

Werbung des „Innenstadtmanagements“: Will man so etwa Investoren oder Besucher anlocken?

Werbung des „Innenstadtmanagements“: Will man so etwa Investoren oder Besucher anlocken?

Rittner

Oldenburg - Die meisten Oldenburger lieben ihre Stadt. Genau deshalb ärgern sie sich auch über ungepflegte Plätze, vergammelte Bänke oder eine lieblose Gestaltung des öffentlichen Raums. Im August vergangenen Jahres hatten wir dafür von einem Leser einige Beispiele erhalten. Dabei handelte es sich nicht um eine Mecker-Mail, sondern um konstruktive Kritik. Was der Mann auf seinen Fahrradreisen an positiven Beispielen entdeckt hatte, schickte er als Anregung auch an die Stadtverwaltung.

Auf Spurensuche

Was hat sich seitdem getan? Wir waren auf Spurensuche im Oldenburger Herbst. Und der goldene Oktober bietet sich ja geradezu an für einen Bummel am Wasser. In anderen Städten gehören die Lagen am Wasser zu den Sahnestücken einer Kommune. Sei es der Kurpark in Bad Zwischenahn oder die Alster in Hamburg. Und Oldenburg? Wir haben den Stau. Der empfängt gegenüber vom Rondell mit drei Doppelparkbänken, die vermutlich im letzten Jahrtausend zuletzt etwas Farbe gesehen haben. Weiter entlang des Wassers steht da vollgeschmiert der alte Lastenkran. Am Ol’s kommt dann endlich etwas Flair. Dort kann man schön draußen sitzen, die Sonne genießen. Allerdings handelt es sich auch um gewerbliche Gastronomie. Also nichts für eine verzehrfreie Pause.

Chancen am Wasser

Aber vielleicht gibt es ja Richtung Arbeitsamt noch Sitzgelegenheiten. Ein Pärchen hat eine gefunden – auf der Kaimauer. Bänke sucht man hier vergeblich. Genau das hatten Leser schon im Sommer 2023 bemängelt. Passiert ist seitdem nichts.

Ortswechsel: Am Staugraben gibt es einige ursprünglich mal schöne Bänke. Irgendwann wurden sie mal weiß gestrichen angeschafft. Doch die Farbe blättert ab, einige sind mit Graffiti besprüht, andere voller Grünspan. Auch das hatte ein Leser 2023 bemängelt. Doch das städtische Beschaffungswesen hat die Bestellung von ein paar Eimern Farbe bislang offensichtlich noch nicht geschafft. Dafür liegt hier reichlich Müll herum – Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen. Dafür ist die Stadt zwar nicht verantwortlich. Gleichwohl würde Oldenburg viel sauberer aussehen, wenn man den Müll nicht dem Wind überlassen würde.

Leerstände vergammeln

Weiter geht es durch die Fußgängerzone. Die Entwicklung sehen viele Oldenburger kritisch. Die Zahl der Leerstände nimmt zu, alteingesessene Geschäfte sind verschwunden. Gründe dafür gibt es viele. Aber: Man kann Leerstände auch kaschieren. Vor verdreckten und besprühten Schaufenstern hat das „Innenstadtmanagement“ riesige Transparente aufgestellt. Da steht unter anderem, dass sechs „Mitarbeitende“ sechs Tage in der Woche sind im Einsatz mit Kehrmaschine und Kolonnenwagen. Während unseres Stadtbummels sind die „Mitarbeitenden“ aber vermutlich gerade „Pausemachende“. Es sei ihnen gegönnt.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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