Oldenburg - Zweimal geht’s noch zur Sache, dann ist für die Oldenburg Knights auch ihre zweite GFL2-Saison Geschichte – ob es die vorerst letzte ist und von ihr in Zukunft nur mit einem negativen Zungenschlag erzählt wird, hängt von den Ergebnissen ab, die an diesem Sonntag bei den Lübeck Cougars (Kickoff: 15 Uhr) und am folgenden Samstag bei den Cottbus Crayfish (16 Uhr) eingefahren werden. Vielleicht reichen nicht einmal zwei Siege, um sich eine dritte Spielzeit in der zweithöchsten deutschen American-Football-Liga zu sichern. In einer Saison mit viel zu vielen dunklen Momenten suchen die Ritter den Schalter für die Notbeleuchtung.
Schnelle Entscheidung
Eine negative Entscheidung könnte schon jetzt fallen. Wenn Cottbus (4:12/6.) zu Hause gegen die seit einer Woche als Meister und Aufsteiger feststehenden Düsseldorf Panther (16:2/1.) gewinnt, müssen die vor einer Woche von Nichtabstiegsrang sechs ans Tabellenende gerutschten Knights (2:14/8.) zwingend in Lübeck (6:12/5.) gewinnen, um mit einer Chance auf Rettung zum Nachholspiel nach Brandenburg zu fahren. Das Hinspiel gegen die Cougars endete im Juli 17:34.
Keine Rettung
Dass der vorletzte Platz, auf den die Bielefeld Bulldogs (4:14/7. – empfangen jetzt am Samstag in ihrem letzten Saisonspiel die Hamburg Pioneers/14:4/3.) vor einer Woche vorgerückt waren, nicht zum Klassenerhalt reicht, steht mittlerweile fest. Dass die Berlin Adler in der GFL den Spielbetrieb eingestellt haben und damit auch nicht auf zweithöchster Ebene weitermachen dürfen, hat keinen Einfluss auf die Abstiegsregelung in der GFL2. Stattdessen gibt es keine Aufstiegsrelegation in der Regionalliga. Somit ist weiterhin der sechste Tabellenplatz für den Klassenerhalt nötig.
Viele Touchdowns
„Noch haben wir es selbst in der Hand – in der letzten Saison haben wir das ja auch geschafft“, sagte Knights-Cheftrainer Sebastian Blase nach dem einmal mehr ernüchternden 23:45 vor einer Woche gegen Cottbus. Die Heimpleite hatte die Lage nicht nur aufgrund ihrer Deutlichkeit verschärft, weil die Oldenburger damit in einem möglichen Dreiervergleich bei Punktgleichheit mit Cougars und Crayfish (deren direkte Duelle endeten 42:36 und 31:33) zwei Siege mit vielen Touchdowns benötigen. Nur wenn Düsseldorf jetzt in Brandenburg siegt, reichen zwei einfache Erfolge oder ein klarer Triumph in Cottbus, der die Hinspielniederlage mehr als aufwiegt.
Massig Zeit
Dass die Panther die Saison im Schmusekurs ausklingen lassen können, aber vor allem die eigenen Unzulänglichkeiten haben die Zuversicht im Knights-Lager schwinden lassen – auch wenn das keiner offen sagen will. Gegen Cottbus lieferte die Defense, Prunkstück im Nichtabstiegsendspurt 2023/24, in Halbzeit zwei eine der schlechtesten Leistungen der vergangenen Jahre ab. Obwohl die O-Line der Gäste alles andere als einen Glanztag erwischte, hatte ihr Quarterback jede Menge Zeit, um fast nach Belieben zu agieren.
Einige Zweifel
Blase betont immer wieder, dass alle Spieler den Ernst der Situation erkannt hätten. Wer manche nach dem Duell mit den Crayfish beobachtet hat, bekam doch ernsthafte Zweifel. Während Kicker Darrian Naujoks zum Beispiel sichtlich angefressen durchs Stadion stapfte, liefen andere lachend über den Rasen. Trübsal blasen muss nicht sein – aber nach einer Niederlage, die den Verein einem negativen Eintrag in die Geschichtsbücher näher gebracht hat, scherzend vom Feld zu gehen, vermittelt Trainern, Mitspielern, Ehrenamtlichen und Fans eher, dass es einem nicht so wichtig ist.