Oldenburg - Nachdem sich die Oldenburg Knights vor einem Jahr in ihrer Debütspielzeit in der Nord-Staffel der GFL2 erst im Endspurt den Klassenerhalt gesichert hatten, müssen sie auch diesmal bis zum Ende zittern. Oder vielleicht auch nicht: Läuft an diesem Wochenende (manche würden sagen: weiterhin) alles schief, könnte der sportliche Abstieg in die Regionalliga vorzeitig feststehen. Es gibt mehrere Szenarien, wie jetzt oder später ein Drinbleiben in oder ein Ausscheiden aus der zweithöchsten deutschen American-Football-Spielklasse möglich ist.
Die Abstiegskandidaten
Durch die 23:45-Heimpleite gegen Abstiegsrivale Cottbus Crayfish (4:12 Punkte/6. Rang) sind die Knights (2:14/8.) am vergangenen Samstag von Nichtabstiegsplatz sechs auf den letzten Rang zurückgefallen, weil auch die Bielefeld Bulldogs (4:14/7.) mit 42:35 bei den Langenfeld Longhorns (10:8/4.) siegten. Die Lübeck Cougars (6:12/5.), die in ihrem letzten Saisonspiel an diesem Sonntag (15 Uhr, Stadion Buniamshof) die Oldenburger empfangen, sind auch nicht ganz davor gefeit, einer der beiden Absteiger zu werden.
Das Schreckensszenario
Wenn an diesem Samstag Cottbus (16 Uhr gegen den sicheren Meister Düsseldorf Panther/16:2/1.) und Bielefeld (18 Uhr gegen die Hamburg Pioneers/14:4/3.) ihre Heimspiele gewinnen, müssen die Knights am Sonntag zwingend siegen. Bei einer Niederlage gegen die Cougars wäre ein Abstieg als Schlusslicht der GFL2 Nord unausweichlich.
Der Trugschluss
Sollte nur einer der Rivalen siegen, könnten die Oldenburger bei einer Pleite in Lübeck allenfalls noch Vorletzter werden. Theoretisch hätte Platz sieben auch zum Klassenerhalt reichen können, nachdem die Berlin Adler in der GFL den Spielbetrieb eingestellt haben und direkt in die Regionalliga absteigen. Sicher war schon, dass damit Düsseldorf als Nordmeister ohne Relegation aufsteigt. Jetzt ist auch klar, dass es ein Trugschluss war, dass der freie GFL2-Platz an den Tabellenvorletzten geht. Es gibt stattdessen keine Aufstiegsrelegation der Regionalliga-Meister.
Der Nichtabstiegsjubel
Wenn die Crayfish und die Bulldogs verlieren, könnten die Knights mit einem Sieg in Lübeck ihre Chancen vergrößern. Das Zittern ginge aber weiter. Weil die Oldenburger den direkten Vergleich mit Bielefeld gewonnen haben (28:17 im einzigen direkten Duell), könnten sie schon einmal nicht mehr Letzter werden. Um sicher drinzubleiben, müssten sie aber auch ihr Nachholspiel am 14. September (Samstag, 16 Uhr) in Cottbus gewinnen.
Das Rechenspiel
Sollten die Brandenburger die Panther bezwingen, müssten die Knights, um zumindest Drittletzter zu werden, nicht nur in Lübeck wie in Cottbus siegen, sondern das auch deutlich. In einem Dreiervergleich bei Punktgleichheit mit diesen beiden Rivalen (deren direkte Duelle endeten 36:42 und 33:31) käme es auf jeden einzelnen Zähler in den Spielen an. Dass die Knights die Heimspiele gegen die Cougars (17:34) wie die Crayfish (wie erwähnt 23:45) klar verloren haben, könnte sich also noch bitter rächen.