Emden/Osnabrück - Die Euphorie unter den Fans im Ostfriesland-Stadion ist groß. Das hängt nicht nur mit dem bisherigen Abschneiden von Kickers Emden zusammen. Auch die Vorfreude auf den Pokalkracher am 31. Oktober gegen den Drittligisten VfL Osnabrück ist ebenso riesig. Doch das Spiel wird, so der Stand der Dinge bisher, am besagten Tag auf keinen Fall stattfinden. Jetzt geht es in die schwierige Suche nach einem neuen Termin.
Der VfL Osnabrück und Kickers Emden hätten beide in ihren Ligen jeweils am darauffolgenden Samstag (2. November) erneut ein Spiel auf dem Zettel. Osnabrück muss nach Rostock, die Emder empfangen Teutonia 05 Ottensen (16 Uhr). Für beide Mannschaften geht es darum, dass mit diesem Pokaltermin die Regeneration viel zu kurz wäre, Osnabrück hätte noch nicht einmal innerhalb von 48 Stunden zwei Spiele. Deshalb wäre für das Pokalspiel der Mittwochabend (30. Oktober) ein möglicher Termin. Das sagt unter anderem der stellvertretende Medienbeauftragte des VfL, Malik Scherz. Wogegen Bastian Dassel von Kickers Emden betont, dass es dann auch nicht stattfinden wird.
Als Risikospiel eingestuft
Doch auch das sagen Scherz und Dassel, dass die Polizei ein gewichtiges Wort mitzureden hätte. „Das Spiel Kickers Emden gegen den VfL Osnabrück Ende Oktober wird von uns als Risikospiel eingestuft“, erklärt die Pressestelle der Polizeiinspektion Leer/Emden auf Nachfrage unserer Redaktion. Die ersten Gespräche zwischen Verein, Polizei und anderen Beteiligten fanden bereits statt. „Dabei fungiert die Polizei als Berater in Sicherheitsfragen und weist natürlich auch auf Sicherheitsbedenken hin. Verbote oder Einschränkungen stehen aus polizeilicher Sicht nicht zur Debatte.“ Und weiter heißt es seitens der Polizeiinspektion Leer/Emden: „In diesen Gesprächen werden alle Faktoren beleuchtet und bewertet. Daraus resultierend wird dann in enger Zusammenarbeit mit allen Akteuren ein Sicherheitskonzept erstellt.“
Der offiziell für die Sicherheit der Kickers-Spiele der Regionalliga Nord im Ostfriesland-Stadion zuständige Matthias Nittmann war bei der „groben Sicherheitsbesprechung“ anwesend. „Wir haben uns die Situation im und um das Stadion angeguckt und eine Begehung gemacht“, sagt er. Nittmann muss für das Pokalspiel auch für deutlich mehr Ordner sorgen. Dazu bleibt die ganze Logistik mit der Parksituation, Anreise der Fans und welche Fans überhaupt kommen, in den nächsten Tagen ein Thema.
Klare Absage von Dassel
Ganz anders ist es zurzeit in Osnabrück. Die VfL-Verantwortlichen sehen das Pokalspiel in Emden wie jedes andere Pokalspiel in den letzten 20 Jahren. „Für uns hat es die sportliche Dimension, dass wir mit zwei Siegen im DFB-Pokal stehen“, sagt Scherz. Zurzeit seien beim VfL – die Osnabrücker stecken im Abstiegskampf – außerdem zwei, drei andere Thema viel mehr im Fokus, deshalb: „Wir beschäftigen uns mit dem Spiel erst, wenn ein Termin gefunden wurde.“ Doch das ist nicht so einfach. Während die VfL–Verantwortlichen gerne in der Länderspielpause – dann hat die 3. Liga spielfrei – in Emden antreten würden, ist diese Pause für Kickers ein normales Spielwochenende, beispielsweise am 16. November, wenn die Deutsche Nationalmannschaft gegen Bosnien-Herzegowina spielt, Kickers aber einen Tag vorher das Spiel in Meppen hat. Bei solchen Terminierungen gibt es eine klare Absage von Dassel.
Dennoch möchte Kickers Emden nach den Worten von Dassel das Spiel noch in diesem Jahr austragen. Bis zum voraussichtlichen Finale am 24. Mai ist allerdings auch noch jede Menge Zeit und in diesem Wettbewerb scheidet das Ausschlusskriterium der Wettbewerbsverzerrung aus. Alle vier Halbfinalisten, also die Regionalligisten Lohne und Jeddeloh ebenfalls, wollen ins Finale. Die ganze Gemengelage um den Pokalkracher in Emden bring Scherz auf den Punkt: „Einen Termin zu finden wird nicht einfach.“