Aurich - Ein wenig in der Tabelle klettern und die Verhältnisse gerade rücken – das sind die Hoffnungen von Sven Suton, Trainer des Handball-Drittligisten OHV Aurich, wenn er einen Blick auf die verbleibenden Partien in diesem Jahr wirft. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Denn die Ostfriesen haben die Spiele gegen die „großen“ Mannschaften in der Liga bereits alle hinter sich gebracht. Vermeintlich leichtere Aufgaben stehen nun noch auf dem Programm. Gründe, diese nicht ernst zu nehmen, gibt es allerdings nicht. Auch der kommende Gegner, der TV Bissendorf-Holte, sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da ist sich Suton sicher.
Dreimal 40-Tore-Marke geknackt
Es wird sehr viel Laufarbeit auf die OHV-Handballer zukommen. Die Gäste halten wenig von langsamem Aufbauspiel. Kommen sie in die Halle, ist Tempo angesagt und es fallen reichlich Treffer. Schon dreimal knackte das Team von Trainer Andrej Kurchev die 40-Tore-Marke. Dabei nimmt die Mannschaft in Kauf, selbst zur Schießbude zu werden. Emsdetten schenkte der Kurchev-Sieben gleich 46 Tore ein. Der Wilhelmshavener HV und die TSG A-H Bielefeld kratzten an der magischen 40er-Grenze. Dennoch sieht Suton die Defensive der Bissendorfer nicht unbedingt als Schwachstelle. „Das ist eine gute Mannschaft, die man ernst nehmen muss. Und sie spielen keinesfalls eine schlechte Abwehr“, sagt er.
Dreh- und Angelpunkt im Angriff der Gäste sind die Brüder Fabian und Christian Rußwinkel. Und hier fangen die guten Nachrichten für die Auricher an. Denn Fabian Rußwinkel auf Rückraumrechts wird dem TV Bissendorf-Holte, nachdem er sich Anfang des Monats im Spiel in Hagen verletzt hat, vermutlich ebenso nicht zur Verfügung stehen, wie der Rückraumrechte Julian Jenner und der mit einem Zweitspielrecht von der HSG Nordhorn-Lingen ausgestattete Rückraumlinke Luke Stricker.
Fabian Rußwinkel sei ein wichtiger Baustein seiner Mannschaft, erklärte Kuchev jüngst in einer Pressemitteilung seines Vereins. Beim 40:34-Sieg in Melsungen erzielte er zwölf Treffer und unterstrich damit die Aussage seiner Trainers eindrucksvoll.
OHV-Coach nicht frei vonPersonalsorgen
Die Auricher werden sich dennoch auf ihre eigenen Stärken besinnen. Und die liegen aktuell vor allem in der Defensive. Die Abwehr um die Innenblocker Jannes Hertlein, Kevin Wendlandt und Rene Mihaljevic wird sich dabei vermehrt Überzahlsituationen gegenüber sehen. Denn TV-Trainer Kurchev setzt auch auf den siebten Feldspieler.
Der OHV-Coach ist selbst nicht ganz frei von Personalsorgen. Robin Leunissen wird aus privaten Gründen am Sonntag um 17 Uhr nicht in der Sparkassen-Arena auflaufen, Janno Borke fällt weiterhin verletzt aus.