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Ostfriese auf dem Weg nach Paris Nordens Diskus-Ass Janssen gönnt sich ein paar Burger und schwärmt vom Olympia-Outfit

Auf nach Paris. Henrik Janssen (links) und Clemens Prüfer (Mitte) lösten das Olympia-Ticket. Der DM-Dritte Daniel Jasinski verpasste dagegen die Qualifikation.

Auf nach Paris. Henrik Janssen (links) und Clemens Prüfer (Mitte) lösten das Olympia-Ticket. Der DM-Dritte Daniel Jasinski verpasste dagegen die Qualifikation.

Jonas Bernhard

Norden - Eine Kabine in den Katakomben des Braunschweiger Eintracht-Stadions hatten die Verantwortlichen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes am Sonntag in eine Garderobe verwandelt. Dort hatten die Athletinnen und Athleten während der Deutschen Meisterschaft die Gelegenheit, ihre Größen anzugeben und schon einmal einen Blick auf die Kleidung zu werfen, die sie vom 26. Juli bis 11. August bei den Olympischen Spielen in Paris tragen werden. Mit Henrik Janssen ist erstmals nach 1996 – damals starteten Silvia Rieger und Frank Müller in Atlanta – wieder ein echter Ostfriese bei den Spielen dabei.

Zwei Koffer voll Kleidung

„Die Sachen sehen mega aus. Ich bekomme zwei Koffer voll“, überschlug sich der gebürtige Norder vom SC Magdeburg förmlich vor Begeisterung. Zwei große Hersteller tragen die Verantwortung dafür, dass Deutschlands Sport-Asse in der Hauptstadt Frankreichs auch modisch mithalten können. Mit 64,34 Metern und Platz zwei hinter seinem Potsdamer Trainingskollegen Clemens Prüfer (65,95 Meter) hatte der Diskus-Hüne kurz zuvor die letzten Zweifel an der Olympia-Qualifikation beseitigt. Die Norm von 67,20 Meter hatte er bereits im Mai in Neubrandenburg erfüllt, als er seine persönliche Bestleistung auf 67,43 Meter geschraubt hatte.

Janssen, der seine ersten sportlichen Gehversuche einst beim Norder TV unternahm, hätte in Braunschweig gern seinen Vorjahrestitel verteidigt. Nach der Wasserschlacht – es regnete am Sonntag nahezu ununterbrochen – war er aber heilfroh, turbulente Tage und Wochen zu einem glücklichen Abschluss gebracht zu haben. Denn erst am Donnerstag hatte seine Ehefrau Maria Remneva mit dreiwöchiger Verspätung Tochter Elena zur Welt gebracht. Alle haben die Geburt gut überstanden.

Der 204 Zentimeter lange Sportler, der knapp 130 Kilogramm auf die Waage bringt, gibt zu, dass er ganz schön unter Spannung stand. „Man macht sich schon seine Gedanken und es war nicht immer einfach, sich auf den Sport zu konzentrieren“, räumt der Bundespolizeibeamte rückblickend ein, auch wenn er seine Frau jederzeit gut versorgt wusste. Denn ihre Mutter Elena war eigens aus Norden nach Potsdam gereist, um sich um ihre Tochter zu kümmern. Auch eine Hebamme stand in Rufbereitschaft.

Stabile Serie ohne Ausreißer nach oben

Dass es in Braunschweig nicht ganz nach Wunsch lief, konnte Janssen verschmerzen. „Das war nicht mega-super, aber ein stabiler Wettkampf, wenn auch ohne Ausreißer nach oben“, kommentierte der 26-Jährige, der ein wenig unter Schlafmangel litt, seine sechs Würfe. Die Versuche landeten allesamt zwischen 63 und 64 Metern. Als Vizemeister gönnte sich Janssen während der zweistündigen Rückfahrt nach Potsdam zur Familie einen Stopp bei einer Burger-Kette. „Das muss nach langer Zeit mal wieder sein“, lachte er.

Montag standen zunächst einige Behördengänge für Töchterchen Elena auf dem Programm, dann ging es zum Training. Am nächsten Samstag folgt in Düsseldorf die große Einkleidung des DLV-Olympiakaders. „Da freue ich mich schon drauf“, so Janssen. Einen Tag später kann er noch seinem Konto etwas Gutes tun. Denn seine Managerin Valentina Fedjuschina hat ihm beim Diamond League im niederländischen Hengelo einen Startplatz gesichert, wo er sich noch einmal mit der Weltelite messen kann. Am 25. Juli zieht Bundestrainer Jörg Schulte die drei Diskus-Olympia-Starter Prüfer und Janssen sowie den Hamburger Mika Sosna zum Abschlusstrainingslager in Kienbaum zusammen. Am 1. August fliegen die Werfer nach Paris, wo am 5. August die Qualifikation ausgetragen wird. Das Finale steigt zwei Tage später.

Ingo Janssen
Ingo Janssen Ostfriesland-Redaktion/Norden
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