Bremen - Die Chance ist klein, aber sie ist vorhanden. Für den Fußball-Bundesligisten Werder Bremen müssen am 34. und damit letzten Spieltag am kommenden Samstag (alle Spiele um 15.30 Uhr) sowie eine Woche danach im Pokalfinale zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Kaiserslautern fünf Kriterien erfüllt werden, damit die Mannschaft noch in den Europapokal kommt.
Möglich ist für die Bremer nur noch die Qualifikation für die Conference League, die hinter der Champions League und der Europa League der dritte europäische Wettbewerb ist. Geplant ist eigentlich, dass der Bundesliga-Siebte an der Conference League 2024/25 teilnimmt. Diesen Platz kann der aktuelle Tabellenelfte Werder nicht mehr erreichen. Möglich ist für die Bremer aber noch der Sprung auf Platz acht. Und dieser würde zur Conference-League-Teilnahme berechtigen, wenn Leverkusen den DFB-Pokal gewinnt. Denn da Leverkusen bereits für die Champions League qualifiziert wäre, würde das Europa-League-Startrecht des Pokalsiegers an den Bundesliga-Siebten weitergereicht. Somit dürfte der Achte in der Conference League spielen. Das erste Kriterium wäre also ein Finalsieg von Leverkusen gegen Zweitligist Kaiserslautern und liegt damit zeitlich hinter den anderen zu erfüllenden Voraussetzungen.
Das zweite Kriterium ist ein Heimsieg von Werder gegen den VfL Bochum an diesem Samstag. Damit würden die Bremer ihr Punktekonto von 39 auf 42 Zähler schrauben. Das dritte Kriterium ist eine Niederlage des derzeitigen Tabellenachten SC Freiburg bei Union Berlin. Da Werder (-9) schon jetzt eine bessere Tordifferenz als Freiburg (-12) hat, sind Höhe eines Bremer Sieges bzw. einer Freiburger Niederlage in diesem Fernduell egal – gewinnt Werder und verliert der SC, zieht Bremen an Freiburg vorbei.
Etwas problematischer ist es da beim vierten und fünften Kriterium. Punktgleich mit Werder liegen der 1. FC Heidenheim (-8) und der FC Augsburg (-9) aktuell auf den Rängen neun und zehn. Werder zieht sicher an ihnen vorbei (einen Bremer Sieg vorausgesetzt), wenn beide maximal einen Punkt holen. Augsburg spielt beim Meister Leverkusen, Heidenheim empfängt den 1. FC Köln. Sollten beide gewinnen, kommt es auf die Höhe der Erfolge an. Werder müsste gegenüber Heidenheim eine einen Treffer schlechtere Tordifferenz aufholen. Dazu hat Heidenheim aktuell mehr Tore erzielt (46) als Bremen (44) – bei gleicher Tordifferenz entscheidet die Zahl der mehr erzielten Treffer. Auch gegenüber Augsburg (49) ist Werder in dieser Kategorie im Nachteil.
Szenarien, wonach bei einem Champions-League-Triumph von Borussia Dortmund womöglich sechs Bundesligisten in der Champions League spielen, hätten auf die obige Beschreibung keinen Einfluss. Denn dann würde sich die Zahl der Europa-League-Starter von zwei auf eins verringern. Somit ist in jedem Fall der achte Platz der tiefste, der noch zu einer Europapokal-Teilnahme berechtigen kann.
