Cloppenburg/Vechta - Im vorletzten Lauf der diesjährigen Langbahn-Weltmeisterschaft wollte er den Abstand zu Martin Smolinski verkürzen, am Ende sind es einige Punkte mehr geworden. Dennoch ist für Lukas Fienhage weiterhin alles möglich.
Durchwachsener Abend
In Vechta erwischte der Clubfahrer des MSC Cloppenburg einen durchwachsenen Abend. „Wir mussten heute viel probieren, haben das Set-Up mehrfach geändert, um das bestmögliche herauszuholen. Leider lief es nicht so gut. Ich bin heute von Motorrad zu Motorrad gesprungen und würde die ersten Läufe gerne vergessen machen“, sagte Fienhage kurz vor den Finalläufen. Dass es der Brockdorfer überhaupt bis in die Endrunde schaffen würde, schien lange fraglich. Denn Fienhage erwischte auf der knüppelharten und mitunter rutschigen Bahn keine guten Starts und verlor schnell wichtige Meter. Doch Fienhage kämpfte. Zunächst mit seinen Motorrädern, später dann auch mit der Konkurrenz.
Neben Fienhage haderten auch Chris Harris und Martin Smolinski mit den Umständen und Einstellungen. Immer wieder sorgten Probleme mit der Übersetzung oder ein schlechtes Set-Up für schmerzhafte Zeitverluste bei den Piloten. Einzig Zach Wajtknecht schien von all dem nichts wissen zu wollen. Der Brite drehte souverän seine Runden und musste sich nur im letzten Vorrundenlauf knapp geschlagen geben. Im Finale sah Wajtknecht dann fast nur noch Hinterräder. Als Vierter rollte der bis dahin so überzeugende Brite über die Ziellinie und verpasste es, sich für seine starke Vorstellung in den Läufen auch mit einem Platz auf dem Podium zu belohnen. Bei Lukas Fienhage steigerte sich die Stimmung im Rennverlauf stetig. Fienhage erkämpfte sich mit einem Start-Ziel-Sieg im letzten Vorrundenlauf einen Platz im „Last-Chance-Heat“ und lieferte souverän ab.
Sieg mit Abstand
Mit Abstand gewann der 25-jährige den Lauf. Im Finale musste sich Fienhage schließlich mit Martin Smolinski, Chris Harris, Wajtknecht und Andrew Appleton messen. Smolinski und Harris erwiesen sich als zu starke Konkurrenten. Fienhage lieferte sich mit Wajtknecht einen harten Kampf um den letzten Podiumsplatz. Mit besserer Linie und mehr Risikobereitschaft fuhr Fienhage auf den dritten Platz. „Die Stimmung war super. Ich habe mich über die vielen Fans und die tolle Atmosphäre sehr gefreut. In Roden kann noch alles passieren. Dort möchte ich erneut an die Grenzen gehen und werde alles geben“, gab sich Fienhage nach dem Rennen kämpferisch.
Sieger Martin Smolinski genoss die Atmosphäre ebenfalls: „Es hat mir wirklich Spaß gemacht, vor so einer Kulisse zu fahren. Im Finale haben Chris und ich uns nichts geschenkt. Ich konnte mich am Ende durchsetzen und freue mich sehr über den Sieg.“ 80 Punkte hat Smolinski auf dem Konto. Lukas Fienhage lauert mit acht Punkten Abstand auf dem zweiten Rang.
Entscheidung
Die Entscheidung über den Langbahn-Weltmeister fällt in den Niederlanden. Eine Entscheidung ist am Freitagabend in Vechta aber bereits gefallen. Jake Mulford heißt der Langbahn-Weltmeister in der Klasse der U23-Junioren. Der Brite sicherte sich am Ende mit 18 Punkten aus fünf Läufen den Titel.