Oldenburg - Zwei von drei Spielen in der Regionalliga Nord verloren, dazu das bittere Landespokal-Aus im Elfmeterschießen gegen Kickers Emden: Der VfB Oldenburg ist mau in die neue Spielzeit gestartet. Im Gespräch mit unserer Redaktion macht Sportleiter Sebastian Schachten am Montag deutlich, dass der schwache Auftritt beim 1:3 (0:3) bei Phönix Lübeck sich so nicht wiederholen darf.
„Die erste Halbzeit war ganz schwach. Es hat alles gefehlt“, sagt Schachten. Zur Pause hatte der VfB bereits 0:3 zurückgelegen, viele Fehler hinten gemacht und nach vorne kaum stattgefunden. Es sei schwer, so ein Spiel „nach dem Nackenschlag am Mittwoch im Pokal und dem frühen Rückstand noch zu drehen“. Eine fehlende Einstellung zu kritisieren, das reiche ihm als Erklärung jedoch nicht. „Differenziert betrachtet kriegen wir frühzeitig zwei sehr einfache Gegentore. Erst haben wir ein Abstimmungsproblem beim 0:1. Beim 0:2 haben wir einen Ballverlust, müssen dann aber in der Restverteidigung und Konterabsicherung viel besser sein. Das dürfen wir nicht schönreden, das ist ein Thema, an dem wir arbeiten müssen“, kritisiert Schachten.
Personallage stört
Dass sich beim VfB innerhalb einer Woche in Nico Mai (Muskelbündelriss), Linus Schäfer (Oberschenkelprobleme) und Marc Schröder (Rückschlag nach Verletzung) gleich drei wichtige Spieler verletzten, die in Lübeck ausfielen, taugt nur bedingt als Erklärung. Zu desolat präsentierte sich eine Mannschaft, die auf dem Papier immer noch gehobenes Regionalliganiveau aufweist. „Wir werden etwas Zeit brauchen, um in die Saison zu kommen, gerade auch mit der angespannten Personalsituation. Wir haben in einer Woche drei wichtige Spieler verloren, das ist schon hart, das muss man auch erwähnen. Das darf keine Entschuldigung sein, ist aber ein Faktor“, sagt Schachten, betont dann aber auch: „Die Jungs auf dem Platz müssen dennoch besser spielen, das war in der ersten Halbzeit am Samstag enttäuschend.“
Bis Ende August hat der Kaderplaner zusammen mit Trainer Fuat Kilic und Geschäftsführer Michael Weinberg noch Zeit, das Aufgebot trotz finanzieller Grenzen zu verstärken. „Wir halten die Augen offen und müssen schauen, was wir wirtschaftlich umsetzen können“, hält Schachten sich gewohnt bedeckt. Er hoffe, „dass es bei Marc und Linus nicht so schlimm ist.“ Beim seit der Vorbereitung fehlenden Drilon Demaj sieht es indes kompliziert aus. „Drilon muss in dieser Woche nochmal in das MRT. Er hat Schmerzen, die leider nicht richtig abklingen.“ Nick Otto, der sich in der Vorbereitung im ersten VfB-Spiel den Fuß gebrochen hatte, werde ohnehin noch längere Zeit fehlen.
Kampf gegen Kickers
„Ich bin überzeugt, dass das Trainerteam die Jungs wieder so in die Spur bekommt für Freitag, dass wir das abliefern, was wir spielen können und in Teilen gegen Ottensen und Emden schon gezeigt haben“, blickt Schachten auf das Derby-Wiedersehen gegen Kickers Emden an diesem Freitag voraus (18.30 Uhr) – dieses Mal in der Liga: „Das wird erneut ein heißer Kampf, den wir annehmen müssen. Wir müssen defensiv stabiler sein, denn wir haben jetzt einige einfache Gegentore bekommen.“
Zur Kritik vieler Fans an der Spielweise mit vielen langen Bällen sagt der Sportleiter: „Wir wollen fußballerisch einiges besser machen und uns anders präsentieren, so wie wir es gegen Ottensen über weite Strecken gezeigt haben. Auch durch den frühen Rückstand im Pokal gegen Emden, aber auch in Lübeck, haben wir zu früh und zu oft lange Bälle gespielt.“