Elsfleth/Marokko - Wüstensand und Oasen prägen die nächsten Etappen der Rallye „Dust and Diesel“ an welcher der Elsflether Markus Brüggemann mit seinem Team-Kollegen Roland Licha aus Schweinfurt teilnimmt. Quer durch Westafrika führt sie die Reise für den guten Zweck. Am Ende werden die Fahrzeuge verkauft und der Erlös kommt dem Kinderhaus des Vereins AEPN Mauretanienhilfe zugute. Brüggemann und Licha waren Anfang Mai im spanischen Tarifa mit der Fähre nach Afrika aufgebrochen, seitdem haben sie viel erlebt.
Himmelfahrt
Am Himmelfahrtstag bricht das Team in die Steinwüste auf. „Links und rechts Sanddünen. Dann auf circa 130 Kilometern auf asphaltierten Straßen, bevor wir bei Timerzif wieder auf die Paris-Dakar Piste einsteigen“, berichtet Brüggemann. Der Konvoi zieht eine lange Staubfahne zieht hinter sich her. „Heiß und staubig, wohl dem, der vorneweg fahren kann. Wir sind es nicht“, sagt Markus Brüggemann.
Dann passiert es: Reifenpanne. „Den rechten Vorderreifen hat es komplett zerlegt“. Dank der drei Fahrer aus Rheine geht der Reifenwechsel wie in der Formel 1, beschreibt Brüggemann. Überhaupt sind die drei besonders: „Mit zwei KFZ-Meistern nicht nur personell gut besetzt, sondern auch an der Ausstattung fehlt nichts. Bei einer Reparatur an einem Fahrzeug, kümmerte sich einer um den frischen Kaffee“. Denn auch eine richtige Kaffeemaschine haben sie dabei.
16 Teams
Insgesamt sind 16 Teams unterwegs. Hinzu kommen Initiator Florian Schmidt, der immer vorausfährt, und Eiko Breuker, der Schrauber. „Eiko fährt immer als letzter und sorgt dafür, dass niemand zurückbleibt. Durch die Jungs aus Rheine hat er auf dieser Rally nicht viel zu tun. Ich glaub’ er genießt es“, meint Markus Brüggemann. Das sei bei den Rallyes nicht immer so.
„Wir sind eine bunt gemischte Truppe“. Ein reines Frauenteam, ein Paar, Einzelfahrer wie Thorben aus Aurich mit seinem Twingo, die drei Golfs aus Rheine, deren Fahrzeuge vom Pfarrer vor dem Start gesegnet wurden. Mancher ist schon das siebte Mal dabei. Ein Vater mit seiner 18-jährigen Tochter, zwei Teams aus Wien, Österreich.
Einige haben ihre Fahrzeuge über Eiko aus Nordhorn gekauft und vorbereiten lassen. „Da danken wir Rolands Schwägerin Gerti, die uns das Fahrzeug kostenlos überlassen hat. Also ihre Spende für die Schule“, sagt Markus Brüggemann. Nächster Halt, ein Campingplatz in der Oasenstadt Zagora. Sie war früher ein zentraler Wegpunkt für die Karawanen, erzählt Markus Brüggemann. „Unter Dattelpalmen, blühendem Oleander, Orangenbäumen und Granatapfel bauen wir unsere Zelte auf“, schildert er. Charlit, der vor Ort eine Werkstatt betreibt, nimmt schonmal Reparaturen für den nächsten Tag an, denn der Konvoi bleibt zwei Nächte. Abends gibt es ein gemeinsames Abendessen unterm Beduinenzelt: Hühnchenspieße, Pommes frites, Salat, Oliven und Nachtisch mit Wasser- und Honigmelone.
Begegnungen
Den freien Tag nutzen die Teams für eine Überprüfung und kleinere Reparaturen. Nachmittags fahren Brüggemann und Licha auf den Markt, um Obst und Wasser zu ergänzen. „Der Durst nach Wasser ist erheblich“, sagt der Elsflether. Am nächsten Tag geht es weiter. „Unterwegs treffen wir Jean Louis aus Dijon in Frankreich. Er kommt uns mit seinem Liegerad entgegen.“ 4600 Kilometer ist er gefahren. Der Franzose hat Probleme mit seinem Solarpanel. „Wir empfehlen ihm Charlit in Zagora“, sagt Markus Brüggemann.
„In Tissint machen wir einen Abstecher zu den Kaskaden von Tissint“. Wenige Kilometer weiter der nächste Stopp. Man schaut von hoch oben ins Tal. Während rundum nur Wüste liegt, sieht man unten im Tal eine Oase. „Beduinen haben sich dort niedergelassen und kleine Gemüsegärten angelegt“, sagt Brüggemann. Über neun Kilometer geht es über eine Piste, die fast nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt, zum Campingplatz „Fort Bou Jerif“. Ein berühmter Haltepunkt der Rallye Paris-Dakar. „Und auch heute ist er noch Zwischenstopp für viele Rallyes“, wie auch für die Teams der Rallye Dust and Diesel.