VW-Sparpläne: Drei Deutsche Werke vor dem Aus

Volkswagen schafft sich ab! Nach etlichen Nachtschichten im Emder Hafen kaufte ich mir für 1000 DM einen gebrauchten VW- Käfer. Mit dem Auto ging es damals gleich nach Paris. Dieser Wagen hat mich später durch ganz Europa begleitet, 40 PS waren völlig ausreichend. Einen Austauschmotor gab es beim örtlichen VW- Händler mit ein wenig Glück für 300 DM. Er war das bezahlbare Auto für Jedermann. Was dann folgte, war der kometenhafte Aufstieg des Autobauers Volkswagen mit dem Golf und dem Passat. Die industriellen Arbeitnehmer bei VW verdienten überproportional gut, wie auch die Vorstände bei VW. Die Welt schien für Volkswagen zu klein, man wurde zum „Global Player“.

Die eigenen Wurzeln gerieten in Vergessenheit. In China und den USA lief man mit neuen Modellen zur Höchstform auf. Auch im Luxussegment wollte man mitspielen. Es regierte die Gier. Doch was ist nun daraus geworden? Mittelklasse-Autos sind keine Volkswagen mehr, weil sie 60.000 Euro kosten. 500.000 Autos bei VW finden in diesem Jahr keinen Käufer mehr. Vorstände und Gewerkschaften zeigen sich wenig einsichtig und sehen nur den eigenen Vorteil. Alle haben einfach den Namen Volkswagen vergessen. Bleibt abzuwarten, ob dies nur den Autobauer, oder bald ganz Deutschland betrifft. In der Politik ist es am besten, wenn man nichts gelernt hat. Rücktritte sind oft schadlos zu überstehen. Vor 50 Jahren hätte kaum jemand sich politisch aufstellen lassen, wenn er keine gute Berufsausbildung oder ein Studium vorzuweisen hatte. Heute belastet dies nur. Man kann ja einfach drauflos schwätzen. Sachkompetenz Fehlanzeige. Wenn es einem hier zu anstrengend wird, fliegt man eben in die weite Welt.

Wo führt das noch hin? Ich habe Sorgen.

 Anfried Arends

Dunum