In der langen Firmengeschichte der Meyer Werft gab es manch wegweisende Entscheidungen; sei es die Umstellung vom Holz- auf den Eisenschiffbau oder den Bau des ersten Kreuzfahrtschiffes 1986. Doch schon jetzt ist klar: Der 11. September 2024 ist ein historischer Tag in der mehr als 225-jährigen Firmengeschichte. Aus dem Familienunternehmen wird ein Konzern, der mehrheitlich in Staatsbesitz ist.
Es ist gut, dass Bund und Land, Regierungsfraktionen und Opposition, an einem Strang gezogen und die Beschlüsse der Haushaltsausschüsse gemeinsam gefasst haben. Die CDU spricht gar von „Verantwortungspartnerschaft“. Die Werft hat nun nicht nur finanziell wieder Wasser unterm Kiel. Viele tausend Arbeitsplätze im Nordwesten, in einer volkswirtschaftlich sensiblen Branche, sind gesichert.
Die Zukunftsperspektiven des Unternehmens gelten als gut. Zu Recht weist Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck darauf hin, dass die Werft ein wichtiger Partner der Energiewende sein kann. Eine Zusammenarbeit mit der Marine würde der nationalen Sicherheit dienen.
Das staatliche Engagement kann aber keine Dauerlösung sein. Der Staat ist nicht grundsätzlich der bessere Unternehmer. Falsch ist es aber, schon jetzt „Exit-Strategien“ zu diskutieren. Zunächst gilt es, den Schiffbauer auf den richtigen Kurs zu bringen, also die Modernisierung und Diversifizierung in Angriff zu nehmen. Diese Frage müssen Land und Bund aber dringlich beantworten: Wer soll bei „Meyer Neptun“ künftig am Steuerrad stehen?