Oldenburg - Im Frühling 2023 hat sich das Leben von Britta Fröhlich von einem Tag auf den anderen komplett geändert. Es war das Jahr, in dem sie im Leben mit einem Studium neu durchstarten wollte – jetzt ist nichts mehr, wie es war. Am 16. Mai stieg die heute 37-Jährige auf ein E-Bike, das sie sich erst vier Wochen zuvor beim Fahrradverleiher Swapfiets gemietet hatte. Während dieser Fahrt brach ihr auf der Bremer Straße der Sattel ab und die Oldenburgerin verunglückte schwer. „Ich hörte noch ein Knacken am Rad und flog dann 20 Meter weit“, erzählt sie. Sie erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und weitere Verletzungen.
Chronische Schmerzen
Heute, eineinhalb Jahre später, hat sie noch immer mit den Spätfolgen zu kämpfen. Britta Fröhlich hat chronische Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Nervenstörungen. Sie ist noch immer in Behandlung. „Mir wurde gesagt, dass meine Schäden chronisch sind“, sagt sie gefasst. Die 37-Jährige will trotzdem stark sein im Alltag, auch für ihren Sohn.
Im Stich gelassen fühlt sie sich dabei von der Firma Swapfiets. „Das Fahrrad wurde abgeholt, seitdem habe ich von der Firma selbst nicht gehört“, berichtet sie. Mit ihrem Anwalt ist sie statt dessen in Kontakt mit Versicherungen der Firma und wird immer wieder vertröstet. Swapfiets hat ihren Schaden anerkannt und ihr Schmerzensgeld zugesagt. Erhalten hat Britta Fröhlich davon bisher nur einen kleinen Teil, ein weiterer Teil wurde ausgezahlt und dann zurückgefordert. „Wenn ich ein Fahrrad der Firma beschädigt hätte, müsste ich wahrscheinlich nach 14 Tagen zahlen“, sagt sie.
Die Filiale von Swapfiets in Oldenburg.
Swapfiets will nun schnell reagieren
Auf Anfrage dieser Redaktion gab Swapfiets an, die Verantwortung für den Unfall mit dem Leih-Rad zu übernehmen. „Wir bedauern etwaige Verzögerungen in diesem Prozess“, teilte eine Sprecherin der Firma aus den Niederlanden mit. Der Fall werde momentan von den Schadensexperten bearbeitet und dann in Zusammenhang mit dem Rechtsanwalt der Oldenburgerin geregelt. „Es ist unglücklich, dass es wohl Verzögerungen gibt und wir werden den Prozess mit zusätzlichen Mitteln beschleunigen“, heißt es weiter von Swapfiets. Man werde jeden Aufwand betreiben, um eine zufriedenstellende Lösung für Britta Fröhlich zu finden.
Hilfe für die Zukunft
Das würde die 37-Jährige sehr freuen. Sie hadert mit ihrer jetzigen Situation. „Ich stand so gut im Leben“, sagt sie. Momentan hingegen kann sie nicht arbeiten und muss lernen, mit ihren Schmerzen umzugehen. In der Zukunft würde sie dann gern ihr gerade begonnenes Studium zu Ende bringen. Auch dabei soll ihr die Entschädigung helfen.