Eines muss man Umweltminister Meyer lassen: Er macht Tempo – sei es bei der „Taskforce Energiewende“ oder der Deichsicherheit. Nun startet der umtriebige Grüne eine „Artenschutz-Offensive“ – sinnvollerweise Hand in Hand mit Behörden, Umweltverbänden und der Wissenschaft. „Das dramatische Artensterben macht schnelles Handeln erforderlich“, so die eindringliche, aber nachvollziehbare Botschaft. Gerade jetzt im Frühling spürt jeder Naturliebhaber, dass das Surren und Summen erneut abgenommen hat.

Doch anstatt beherzt mit Projekten voranzugehen und Flächen anzukaufen, wird erst einmal in Strukturen investiert: eine neue Abteilung im Ministerium und Stellen, Stellen, Stellen. Natürlich ist die Aktualisierung der „Roten Listen“ sinnvoll. Gleiches gilt für die Beratung in Schulen oder Unis. Denn ohne Artenkenner kein vernünftiger Artenschutz.

Sicher ist aber auch: Das Artensterben legt aber keine Pause ein. Da hört sich die „grüne Flurbereinigung“, die der Nabu fordert, weitaus sinnvoller an. Täglich werden in Deutschland 55 Hektar für Wohnbebauung der Verkehr neu besiedelt. Das entspricht etwa 78 Fußballfeldern. Da dürften die Prioritäten eigentlich klar sein.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent