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nordwest-zeitung

Neue Regelung in Niedersachsen Hürden bei Mammografie-Terminen für über 70-Jährige

Annelie Gebken ist 72 Jahre. Einen regulären Termin für das Mammografie-Screening zu bekommen, war nicht einfach.

Annelie Gebken ist 72 Jahre. Einen regulären Termin für das Mammografie-Screening zu bekommen, war nicht einfach.

Inga Mennen

Im Nordwesten - Es war ein langer Weg für die Frauenverbände und die Verantwortlichen des Mammografie-Screening-Programms: Seit dem 1. Juli sind nun Frauen über das Alter von 69 Jahren hinaus berechtigt, alle zwei Jahre zur Mammografie zu gehen. Und die älteren Frauen möchten dieses Angebot nun wahrnehmen. Das klappt nicht immer reibungslos, wie Annelie Gebken aus Ovelgönne berichtet.

Frauen müssen sich melden

Seit Beginn des Screeningsprogrammes 2005wurden nur Frauen zwischen 50 und 69 Jahre für diese Brustkrebsvorsorge eingeladen. Jetzt wurde das Alter durch den gemeinsamen Bundesausschuss auf 75 Jahre ausgeweitet. Auch Annelie Gebken hat auf die bundesweite Entscheidung gewartet. Nun aber hat sie erfahren, wie schwer es ist, den Termin, der ihr im Alter von 72 Jahren zusteht, zu bekommen. Denn automatisch kommen die Einladungen mit einem vorgeschlagenen Termin für die über 70-Jährigen noch nicht. „Ich habe von meiner Gynäkologin erfahren, dass ich mich seit dem 1. Juli bei der Zentralen Stelle in Bremen melden kann, um meinen Termin zu erhalten“, sagt Annelie Gebken.

Dr. Susanne Wienbeck, stellvertretende Leiterin des Referenzzentrums Mammografie Nord.

Dr. Susanne Wienbeck, stellvertretende Leiterin des Referenzzentrums Mammografie Nord.

Foto Ventura

Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren erhalten automatisch ein Einladungsschreiben – die Daten werden mit den Melderegistern abgeglichen. „Das wird auch ab dem 1. Januar 2025 für die über 70-Jährigen so sein“, erklärt Dr. Susanne Wienbeck, stellvertretende Leiterin des Referenzzentrums Mammografie Nord. Bis dahin müssten sich die älteren Frauen selbst um einen Termin kümmern. „Ab Januar 2025 erfolgen die Einladungen dann automatisch“, so Wienbeck.

Termine für über 70-Jährige

Wer älter als 70 Jahre ist, muss sich bis zum 1. Januar selbst um einen Termin für das Mammografie-Screening bemühen.

Den Termin erhält man bei den sogenannten Zentralen Stellen. Die Kontaktdaten der regional zuständigen Zentralen Stellen sind auf der Website der Kooperationsgemeinschaft Mammografie-Screening zu finden. Unter Eingabe der Postleitzahl erhält man die Kontaktinformationen der zuständigen Stelle. Dort kann auch online ein Termin vereinbart werden.

Telefonisch kann ein Termin bei der Zentralen Stelle in Bremen unter 0421 / 36115147 vereinbart werden.

Bei Zentralen Stelle melden

Für Annelie Gebken ist es selbstverständlich, die kostenlose Untersuchung regelmäßig in Anspruch zu nehmen. „Ich bin immer zur Mammografie gegangen. Das ist so wichtig für uns Frauen“, sagt die 72-Jährige. Annelie Gebken meldete sich per Mail bei der zentralen Stelle an. „Danach erhielt ich zwei Wochen keine Antwort“, sagt sie. Nun griff sie zum Telefon: „Da teilte man mir mit, ich sei erst 2026 wieder dran, wenn das Mammobil wieder in Oldenbrok stehen würde.“ Dann wäre ihre letzte Untersuchung aber bereits vier Jahre her gewesen. „So sollte es nicht laufen und das ist nicht die Regel. Da sollten die entsprechende Frau aktiv nachhaken“, sagt Dr. Wienbeck.

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Umstellung in der Übergangsphase

Annelie Gebken wurde mitgeteilt, dass tausende Datensätze erst mal mit den Einwohnermeldeämtern abgeklärt werden müssten. Ihr Angebot, sie könnte auch nach Jade, Brake, Nordenham oder Oldenburg fahren, wurde abgelehnt, weil Jade in den Bereich Wittmund gehöre, Brake erst 2025 wieder dran sei und Nordenham für sie zu weit zu fahren sei. „Das muss ich doch wohl selbst entscheiden, was für mich zu weit ist“, sagt die 72-Jährige. „Über die Zentrale Stelle kann sich jede anspruchsberechtigte Frau über das online-Portal anmelden – auch telefonisch. Natürlich können die anspruchsberechtigten Frauen sich auch bei ihrer zuständigen Screening-Einheit melden“, so Wienbeck. Warum es zu diesem Fall gekommen ist, das kann die stellvertretende Leiterin nicht mehr nachvollziehen. „ „Ich denke, das ist nur ein Einzelfall und sollte ab dem folgenden Jahr nicht mehr vorkommen.“

Annelie Gebken hat ihren Termin zwischenzeitlich bekommen – allerdings nur durch die Kontakte einer Landtagsabgeordneten. Die 72-Jährige hätte sich einen reibungslosen und einfacheren Ablauf gewünscht.

Vor der Ausweitung der Altersgrenze waren sechs Millionen Frauen berechtigt, zur Mammografie zu gehen. Die Zahl wird sich durch die Ausweitung des Programmes erhöhen.

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Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales
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