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Betrüger aus Neuenkirchen-Vörden Reich mit Gaddafis Gold? Ausbrecherkönig Ralf S. soll Anleger betrogen haben

Prunkvoll: Muammar al-Gaddafi, hier am 9. September 2010 bei einem Treffen afrikanischer Führer in Tripolis.

Prunkvoll: Muammar al-Gaddafi, hier am 9. September 2010 bei einem Treffen afrikanischer Führer in Tripolis.

EPA

Oldenburg/Neuenkirchen-Vörden/München - Er kann es offenkundig nicht lassen. Ausbrecherkönig und Millionenbetrüger Ralf S. aus Neuenkirchen-Vörden steht erneut wegen Betruges vor Gericht. 2002 war der heute 62-Jährige wegen Anlagebetrugs im großen Stil vom Oldenburger Landgericht zu zwölf Jahren Gefängnis nebst anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Im selben Jahr war ihm eine spektakuläre Flucht aus der gerade neu errichteten JVA Oldenburg gelungen.

Geldgeber standen Schlange

Verhandelt werden die neuen Betrugsfälle jetzt vor dem Landgericht in München. Dieses Mal geht es um das Gold des früheren Machthabers Gaddafi aus Libyen. Laut Anklage suchte Ralf S. Geldgeber für die Ausfuhr des Familienvermögens von Gaddafi, der 2011 gestürzt und erschossen worden war. Er habe zu der Familie und engsten Vertrauten von Gaddafi direkten Kontakt und könne das Vermögen nach Europa schaffen, soll der 62-Jährige seinen potenziellen Geldgebern vorgegaukelt haben. Der Goldschatz von Gaddafi sollte einen Wert von Milliarden bis Billionen US-Dollar haben. Und so standen die Geldgeber Schlange. Sie alle verloren ihr Geld.

Früher hatte sich Ralf S. als Sonderbeauftragter im diplomatischen Dienst von Liberia ausgegeben. Er lockte mit Regierungsaufträgen in Millionenhöhe. Zu seinen Geschäftspartnern war er mit einem Hubschrauber oder der eigenen Fluggesellschaft angereist. Geldgeber hatten Summen bis zu 250.000 US-Dollar investiert.

Flucht im Bollerwagen

Den früheren Feststellungen zufolge hatte Ralf S. selbst aus der Haft heraus seine Geschäfte weiter getätigt. Eine frühere Inhaftierung hatte er durch Flucht abgekürzt, konnte aber auf den Fidschi-Inseln wieder festgenommen werden. 2002 dann der Prozess vor dem Oldenburger Landgericht. Nur wenige Monate später hatte er einen Vollzugsbeamten dazu überreden können, ihn in einem Bollerwagen – versteckt unter Pappkartons – aus der JVA Oldenburg zu schieben. Dafür hatte er seinem Fluchthelfer 50.000 Euro versprochen. Das Geld hatte der Vollzugsbeamte nie erhalten. Der Beamte war ein Jahr später zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seinen Job hatte er verloren.

Das neue Verfahren gegen Ralf S. vor dem Landgericht in München soll bis Ende Februar dieses Jahres dauern. Mitangeklagt sind zwei Männer, die ihm bei den neuen Betrügereien geholfen haben sollen.

So berichtete die NWZ am 4. September 2002 über die damalige Festnahme von Ralf S. Bild: Ulf Middendorf

So berichtete die NWZ am 4. September 2002 über die damalige Festnahme von Ralf S. Bild: Ulf Middendorf

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