Bremen/Oldenburg - Die Regionalliga Nord bekommt in der Saison 2024/25 aller Voraussicht nach in der U23 von Werder Bremen einen offensivstarken Aufsteiger. Dass die zweite Mannschaft des Fußball-Erstligisten die Aufstiegsrunde erfolgreich bestreitet, dürfte kaum in Frage stehen. Zu stark war der Durchmarsch in der Bremen-Liga mit 30 Siegen in 30 Spielen.
213 Werder-Tore
Dabei sprengten die Grün-Weißen alle Ketten. Mit 213 Toren wurde in der Liga ein Torrekord aufgestellt. Mit 91 Treffern gingen rund 43 Prozent der erzielten Tore auf das Konto der beiden Angreifer Maik Lukowicz und Joel Imasuen. Lukowicz, ehemaliger Stürmer des VfB Oldenburg (2018-2022), sicherte sich mit seinen 50 Toren die im Jahr 2021 eingeführte Torjägerkanone aller deutschen fünften Ligen. Vereinskamerad Imasuen belegte mit 41 Toren Platz zwei. Der ehemalige Werder-Profi Martin Harnik (TuS Dassendorf/Oberliga Hamburg) folgt auf Platz drei (28). Im letzten Heimspiel besiegte der Werder-Nachwuchs den FC Oberneuland mit 14:0 (Lukowicz traf dreimal) und bekam anschließend die Meisterschale der Bremen-Liga überreicht.
An der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord nehmen neben dem Bremen-Liga-Meister Werder Bremen II auch Altona 93 (steht einen Spieltag vor Saisonende als Meister der Oberliga Hamburg fest) sowie der SV Todesfelde (steht einen Spieltag vor Saisonende als Meister der Oberliga Schleswig-Holstein fest) teil. Die Teams spielen in einer einfachen Runde gegeneinander. Die ersten beiden dieser Dreierrunde steigen in die Regionalliga auf.
Der vorläufige Spielplan Sonntag, 26. Mai: Werder II - Altona 93. Mittwoch, 29. Mai: Altona 93 - SV Todesfelde. Sonntag, 2. Juni: SV Todesfelde - Werder II.
Im Vorjahr waren Kilia Kiel und der Eimsbütteler TV über diese Runde in die Regionalliga aufgestiegen. Beide Teams stehen einen Spieltag vor Saisonende bereits als Absteiger aus der Regionalliga fest.
Auf die Frage, ob Werders Erstliga-Trainer Ole Werner ihn denn auch schon beim Training beobachtet habe, schmunzelt Lukowicz (29): „Darauf achte ich nicht. Wenn ich auf dem Trainingsplatz stehe, dann ist mein Fokus auf die Arbeit auf dem Platz gerichtet. Aber wenn der Trainer mich fragen würde, ob ich mal beim Profitraining aushelfen könnte, würde ich natürlich nicht nein sagen.“
Der gebürtige Bremer Lukowicz wurde in der Werder-Jugend ausgebildet. Über Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig II kam er nach Oldenburg und gehörte 2021/2022 zu den Helden beim Drittliga-Aufsteiger. Mit in die 3. Liga nahm der VfB ihn aber nicht, nach einem Jahr beim Regionalligisten Teutonia Ottensen folgte 2023 die Rückkehr nach Bremen, wo Werder II damals aus der Regional- in die Bremen-Liga abstiegen war.
Der jetzige Erfolg des Reserve-Teams kommt für Lukowicz nicht überraschend: „Unser Team zeichnet sich dadurch aus, dass wir – auch wenn wir in einem Spiel bereits mit 4:0 oder auch höher führen – nicht nachlassen und immer weiter nach vorne spielen.“ Für ihn ist auch das Trainerteam mit Christian Brand sowie den Co-Trainern Nelson Valdez und Kevin Schindler ein Faktor für den Erfolg. „Unser Trainer fordert uns massiv und versucht, uns immer weiter zu entwickeln. Dazu gehören auch die Testspiele, die wir gegen Heracles Almelo und PEC Zwolle aus der niederländischen Ehrendivision sowie gegen andere höherklassige Mannschaften geführt haben“, sagt der ehemalige VfBer. Ungewöhnlich für die Bremen-Liga sind die Rahmenbedingungen, die bei Werder II herrschen: Das Team trainiert an sechs Tagen in der Woche unter Profibedingungen.
Marschweg lockt
Aktuell bereitet sich der Werder-Nachwuchs auf die bevorstehenden Aufstiegsspiele gegen den SV Todesfelde (Oberliga Schleswig-Holstein) und Altona 93 (Oberliga Hamburg) vor. Trotz des Durchmarsches in der Bremen-Liga warnt Lukowicz davor, dass man hier bereits als Aufsteiger feststehe: „In einer Relegation kann viel passieren. Verletzungen, Unaufmerksamkeiten – schon kann ein Spiel kippen. Als Favorit auf den Aufstieg sehe ich uns da nicht. Wobei wir natürlich alle heiß auf die Regionalliga sind.“ Und dann wäre die Freude auf ein Wiedersehen mit ehemaligen VfB-Spielern natürlich besonders groß: „Das wäre natürlich toll, wenn ich mal wieder im Marschwegstadion auflaufen könnte.“