Lemwerder - Die eigenen Schwächen werden häufig erst unter Druck sichtbar. Die Faustballerinnen des Lemwerder TV spielten am Sonntag gegen den SV Düdenbüttel wie aus einem Guss. Die Leistung stimmte im ersten Spiel der Wintersaison der 2. Bundesliga Nord, der Kampfgeist auch. Die Lemwerderanerinnen gewannen in eigener Halle 3:0.
Gegen einen auf allen Position stark spielenden TSV Hagen zeigte sich anschließend jedoch, woran Trainer Arthur Eggers mit seinen Spielerinnen noch arbeiten muss. Beim 0:3 wurden die Lemwerderanerinnen im Verlaufe der Partie auf dem Feld immer stiller.
Das Thema Kommunikation wird in den nächsten Trainingseinheiten also regelmäßig auf dem Programm stehen – wenn die Mannschaft ihr Saisonziel erreichen möchte. Laut Eggers peilt sie einen Platz im oberen Mittelfeld an.
Und der scheint erreichbar, betrachtet man die Analyse von Abwehrspielerin Janika Seemann nach der Heimpremiere. „Wir gehen mit einem guten Gefühl aus dem ersten Spieltag“, sagt sie. „Wir sind mit 2:2 Punkten zufrieden.“ Sie selbst hatte krankheitsbedingt aussetzen müssen.
Auch ihre Klasse und ihre Erfahrung wird das Team in den kommenden Wochen benötigen. Schließlich hat sich Lemwerders Kader ein wenig verändert. Die frühere Kapitänin Darja Kohlwes und Abwehrspezialistin Melissa Knop verabschiedeten sich nach der Feldrunde vorerst vom Zweitliga-Team aus dem Süden der Wesermarsch. „Das ist schade, aber ich kann beide Entscheidungen völlig verstehen“, sagt Coach Eggers.
Angesichts der Abgänge und einer Vorbereitung, die aus verschiedenen Gründen „nicht bei allen Spielerinnen“ optimal gelaufen sei, hätte er schon mal ins Grübeln kommen können. Doch Pustekuchen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir uns in dieser Saison nicht von unserer schlechtesten Seite zeigen werden“, sagt der Trainer.
Die Leistungen am ersten Spieltag scheinen ihn zu bestätigen. Gegen Düdenbüttel überzeugten die Lemwerderanerinnen mit einer starken Abwehr, platzierten langen Bällen, einem guten Auge und Variantenreichtum. Auch nachdem sich die Gäste nach einem schwachen Start gefangen hatten, dominierten die Lemwerderanerinnen.
Hagen indes schlug Lemwerder mit den eigenen Waffen: Der TSV punktete mit druckvollen und abwechslungsreichen Angaben und Rückschlägen. Lemwerder hatte laut Janika Seemann Probleme, die kurzen Bälle anzunehmen und die langen Bälle zu entschärfen. Die fehlende Absprache vergrößerte die Sorgen. Zudem habe zwischenzeitlich der Biss gefehlt, sagt Janika Seemann. Den Unterschied hätten am Ende Kleinigkeiten ausgemacht.
Und die sind auf hohem Niveau und unter Druck entscheidend – auch am kommenden Sonntag. Von 17 Uhr an spielt Lemwerder in Solingen gegen die Reservemannschaften des gastgebenden Ohligser TV und des Ahlhorner SV, die beide 2:2 Punkte auf dem Konto haben.
LTV: Stephanie von Seggern, Bengül Kara, Marie Seemann, Anika Langpaap, Anita Ivanda, Insa Stuke, Kathi Jacobs.