Horumersiel - Es stand Spitz auf Knopf, als eine dicke Nebelwand aufzog. Zeitweise überlegten die Veranstalter, die 55. Horum-Regatta abzubrechen. Knapp eine Dreiviertelstunde dauerte die gespenstische Szene, dann endlich kam die Sonne heraus und bescherte den Crews auf den 57 Segeljachten einen perfekten Segeltag. Niemand hatte den Seenebel auf dem Schirm, als ab 9.30 Uhr auf Schillig-Reede die Boote in drei Starts auf die unterschiedlich langen Regattakurse geschickt wurden.
Bei westliche Winden lief das Feld rasch jadeauswärts auf Minsener Oog zu. Dort teilte sich das Feld: Während einige Boote weiter bis zur Harle-Ansteuerung zwischen Wangerooge und Spiekeroog weitersegeln mussten, blieb die kleine Bahn auf der Innenjade. Draußen war der Nebel rascher verzogen und mit Hilfe exakter Navigation an den zumeist elektronischen Seekarten fanden sich alle Skipper gut zurecht. Insgesamt vier Schiffsführer entschieden sich jedoch angesichts der geringen Sicht für den Abbruch der Regatta. Diese Entscheidung war sicher nicht leicht, aber aus Sicherheitsgründen völlig verständlich. Vier bis fünf Stunden später gab es nach dem Zieleinlauf vor den Außentief einen Aufwärmschluck: Die Segelkameradschaft hatte das Arbeitsboot „Prigge“ dort verankert und bot den Besatzungen ein Getränk an.
Am Abend gab es am Hafen ein deftiges Abendessen, bevor Heiko Müller und Regattawart Alexander Euken die Sieger der sieben Gruppen auszeichneten. Die schnellsten Boote waren „Corroboree“ auf den Binnenbahn und „Dreebeen“ auf der Außenbahn. Den ewigen Wanderpreis, die Spitzbake von Mellum, holte sich der Wilhelmshavener Segelclub. Gruppensieger wurden „Race“ (Michael Blenk, WSC), „Indigo“ (Hendrik Busemann, WSVH), „Whisper“ (Erich Lauts, SKHS), „Habesi“ (Stefan Sopke, SKHS), „Stella Maris“ (Hartwig Gerdes, SKHS), „Corroboree“ (Holger Liebert, WSVH) und „Dienstreise“ (Tammo Diebel, Langeooger SV). Teilnehmende Jachten kamen aus Wilhelmshaven, Rüstersiel, Hooksiel, Langeoog und Bensersiel.