Oldenburg - Als Deane Williams (hat den Club bereits verlassen) und Charles Manning Jr. (noch im Club) im Laufe des Mittwochs bei Instagram ein Video mit Höhepunkten von DeWayne Russell veröffentlichten, roch es verdächtig nach Abschied.
Nun ist es Gewissheit: Der Star-Spielmacher verlässt die EWE Baskets Oldenburg. Das teilte der Basketball-Bundesligist am Donnerstagnachmittag mit. Damit endet die Beziehung zwischen dem flinken Point Guard und den Baskets schneller als gedacht.
Suche nach dem Glück
„Es ist natürlich schade, wenn sich ein Spieler wie Weezy dazu entschließt, seinen Weg außerhalb der BBL weiterzugehen“, sagte Srdjan Klaric, Sportlicher Leiter der Baskets, in der Mitteilung. Über eine Vertragsoption in seinem Kontrakt (Buyout) steigt „Weezy“ vorzeitig aus seinem noch laufenden Vertrag aus. Dieser ist eigentlich noch für eine weitere Saison gültig. „Auch wenn die abgelaufene Saison eine sehr schwierige war und irgendwie alle darunter gelitten haben, so bin ich mir sicher, dass DeWaynes zwei Jahre hier in Oldenburg sehr positiv in Erinnerung bleiben werden“, sagte Klaric. Wohin es den 30-jährigen US-Amerikaner zieht, ist nicht bekannt. Laut den Baskets suche Russell sein Glück in Südeuropa.
Glück scheint auch einer der maßgeblichen Punkte zu sein, warum der Guard die Baskets nach zwei Jahren nun vorzeitig verlässt. In der abgelaufenen Saison wirkte der US-Amerikaner oftmals nicht mehr allzu happy auf dem Parkett. Das lag vor allem an der sportlich schwierigen Situation in Oldenburg mit zahlreichen verletzten Spielern. Dies hatte schließlich auch Einfluss auf sein eigenes Spiel. Dazu kam noch das schnelle Saison-Aus in den Play-Ins gegen die Hamburg Towers.
Zählte der Publikumsliebling in seiner ersten Saison bei den Oldenburgern noch zu den heißen Kandidaten bei der Wahl zum wertvollsten Spieler der Saison und begeisterte er Woche für Woche die Fans der Oldenburger, war in dieser Spielzeit häufig der Wurm drin. Seine Spielfreude ging ihm in vielen Partien verloren. Trotz einer hartnäckigen Handverletzung kämpfte sich Russell durch die Saison und war der beste Passgeber der Liga. An seine starke Vorsaison konnte der Guard jedoch nicht anknüpfen.
In dem nachverpflichteten Geno Crandall bekam Russell zudem im Laufe der Saison einen Spieler an die Seite gesetzt, der vom Spielstil ähnlich agierte. Crandall könnte seinen Vertrag in Oldenburg verlängern, zudem geistert der Name Justin Jaworski von den Academics Heidelberg durch den Raum. Für Russell wäre es eng geworden.
Ende einer Liebesstory
Dabei sah es nach einer langen Liebesgeschichte zwischen Russell und den Baskets aus. Im April 2023 hatte der Aufbauspieler seinen Vertrag vorzeitig bis 2025 verlängert. Um den in Philadelphia geboren Profi sollte das Team der Zukunft gebaut werden. „Ich musste nicht lange überlegen. Meine Familie und ich haben uns in Oldenburg verliebt“, sagte der US-Amerikaner damals: „Das ist der Club für den ich spielen will, hier fühle ich mich wohl.“
Der Wohlfühlfaktor scheint nach dieser Saison verflogen zu sein. Russell sucht jetzt sein Glück im europäischen Ausland.