Oldenburg - Mission Wiedergutmachung geglückt: Nach dem schwachen 0:2 zum Saisonstart bei Eintracht Norderstedt hat der VfB Oldenburg seine Fans im ersten Heimspiel der Saison in der Regionalliga Nord versöhnt. Vor 2618 Zuschauern im Marschwegstadion überrannte der VfB die Gäste von Teutonia Ottensen und gewann hochverdient mit 5:2 (4:1).
Marc Schröder (4. und 45. Minute) und Rafael Brand (11. und 25.) waren am Samstagabend mit ihren beiden Doppelpacks die prägenden Figuren einen haushoch überlegenen Gastgebers. Stürmer Markus Ziereis sorgte mit seinem ersten Saisontor für den Endstand (71.). Die Gäste kamen zum zwischenzeitlichen 1:3 durch Christian Stark (44.) und spielten nach einer Gelb-Roten Karte für Dren Feka (31.) lange Zeit in Unterzahl. Das 2:5 erneut durch Stark war nur noch Ergebniskosmetik (90.).
Zwei Änderungen in Startelf
Im Vergleich zur Niederlage in Norderstedt nahm Trainer Kilic zwei Änderungen in der Startelf vor. Für den in der Vorwoche blassen Linus Schäfer kam der zuletzt noch verletzt fehlende Marc Schröder. Zudem fehlte Nico Knystock komplett im Kader, für ihn kam der 20-jährige Zugang Ermal Pepshi (vom VfL Oldenburg) zu seinem Debüt in der Anfangsformation. Kilic änderte auch das System von einer Vierer- zu einer Dreierkette (Anouar Adam, Leon Deichmann und Pepshi). Auf den Außen sollten Nico Mai (links) und Patrick Möschl (rechts) Gas geben. Im defensiven Mittelfeld rückte recht überraschend Schröder (ansonsten Verteidiger) neben Kapitän Christopher Buchtmann. Offensiv sollten Rafael Brand, Vjekoslav Taritas und Markus Ziereis für Gefahr sorgen.
Furioser VfB-Auftakt
Im ersten Heimspiel der Saison leuchteten aufgrund dunkler Regenwolken über dem Marschwegstadion auch gleich die neuen Flutlichtmasten – und die VfB-Fans sorgten mit einer Pyrotechnik-Show kurz vor dem Anpfiff scheinbar für eine Extraportion Motivation bei der Mannschaft. Der VfB legte los wie die Feuerwehr: Erst schickte Christopher Buchtmann einen Traumpass auf Rafael Brand, der frei vor dem Tor an Teutonia-Torwart Lars Huxsohl scheiterte (3.). Den Nachschuss von Schröder kratzte Ottensens Marcus Coffie noch so gerade von der Linie, doch die daraus resultierende Ecke nutzte Schröder, um die Flanke von Brand mit dem Kopf aus vier Metern über die Linie zu wuchten (4.). Oldenburg machte weiter, Markus Ziereis schoss noch vorbei (6.), dann drang der sehr auffällige Brand nach einem langen Ball auf der linken Seite durch und schob den Ball aus ganz spitzem Winkel vorbei am schlecht aussehenden Gäste-Keeper Huxsohl zum 2:0 ins Netz (11.).
VfB kombiniert, Ottensen schwächt sich selbst
Nur eine Minute später musste der VfB erstmals wechseln, Zugang Mai verließ angeschlagen den Platz, die linke Schiene besetzte fortan Jason Tomety-Hemazro. Am Spielgeschehen änderte das nichts: Taritas wurde per Fernschuss gefährlich, dann spielte der VfB die Gäste wie im Training aus. Vom eigenen Abstoß aus reichten drei Stationen, bis Möschl auf rechts flach in die Mitte gab und der freie Brand zum 3:0 einschob (25.). Ottensen präsentierte sich völlig überfordert, sobald der VfB das Tempo anzog – dieser nutzte die sich bietenden Lücken konsequent aus. Und die Gäste machten es dem VfB noch ein wenig einfacher: Der bereits mit Gelb verwarnte Dren Feka lief nach einer Verletzungsbehandlung zu früh auf das Spielfeld und sah dafür die Ampelkarte (31.). Der VfB drückte weiter, wie aus dem Nichts verkürzte Ottensen aber nach einem langen Ball durch Christian Stark auf 1:3 (44.). Weil aber der mit reichlich Offensivdrang auftretende Schröder mit dem letzten Angriff vor der Pause auf 4:1 erhöhte (45.), war die Partie schon zur Halbzeit vorentschieden.
VfB vergibt Chancen und schont Kräfte
Zum zweiten Durchgang schonte Kilic den zuletzt angeschlagenen Torschützen Schröder, für ihn kam Linus Schäfer in das Oldenburger Mittelfeld. Zudem blieb der gelbverwarnte Pepshi in der Kabine, ihn ersetzte Willem Hoffrogge. Brand hatte gleich in der 47. Minute den nächsten Hochkaräter auf dem Fuß, schoss aus 13 Metern jedoch knapp vorbei. Taritas vergab die nächste große Chance (50.). Dann scheiterte auch Tomety-Hemazro knapp (57.), der VfB hätte längst noch höher führen müssen. Wohl auch mit Blick auf das Pokalspiel am Mittwoch (18.30 Uhr) gegen Kickers Emden sowie die Ligapartie bei Phönix Lübeck (wurde von Sonntag auf Samstag vorverlegt) nahm der VfB mehr und mehr das Tempo aus der Partie und schonte die Kräfte, bis Ziereis aus 15 Metern zum 5:1 einschoss (71.). Mit dem letzten Angriff der Partie traf Stark zum 2:5 aus Ottenser Sicht.
Aufstellungen
VfB Oldenburg: Peitzmeier - Adam, Deichmann, Pepshi (46. Hoffrogge) - Möschl, Schröder (46. Schäfer), Buchtmann (80. Hajdinaj), Mai (12. Tomety-Hemazro) - Brandv (73. Meier), Taritas - Ziereis.
Teutonia Ottensen: Huxsohl - Fionouke, Eden (79. Erdem), Coffie, Wagner (75. Denis) - Gutmann (77. Ajani), Kankowski, Embaye (58. Yago), Stark, Feka - Akyol (68. Abd El Aal Ali).