Oldenburg - Der Präsident des VfB Oldenburg hört auf. Und das verkündete Wolfgang Sidka überraschend und in einer selbst verfassten Pressemitteilung. 16.13 Uhr war es am Dienstagnachmittag, als die formlos verfasste E-Mail mit der Überschrift „Verzicht auf eine weitere Amtszeit“ in unserer Redaktion ankam – üblicherweise verkündet dies der Verein. Sidka bestätigte kurz danach in einem Telefonat mit unserer Redaktion seinen Schritt, ohne sich weiter äußern zu wollen.
In seinem Schreiben erklärt Sidka, der das Amt des Präsidenten am 16. April 2021 übernommen hatte: „Als Präsident des VfB Oldenburg e.V. habe ich dem Verein in Person des Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Könner heute mitgeteilt, dass ich aus persönlichen Gründen auf eine weitere Amtszeit verzichte.“
Sidkas Amtszeit endet dementsprechend mit dem Ende dieser Spielzeit am 30. Juni. Der frühere Spieler und Trainer des VfB habe seine Aufgabe „mit Demut, Respekt, Stolz und mit großer Identifikation für seine Mitarbeiter, Sponsoren, Unterstützer, Mitglieder und Anhängerschaft angetreten und jederzeit gern ausgeübt“, teilte Sidka mit.
Er sei in den beiden Jahren allerdings stets zwischen seinem Lebensmittelpunkt Berlin und Oldenburg gependelt und habe festgestellt, wie wichtig es sei, als Präsident vor Ort zu sein. „Leider ist dieser Aufwand für mich zunehmend zu einer persönlichen Belastung geraten, die ich nicht mehr bewältigen kann“, erklärte der 69-Jährige.
Sidka, früherer Bundesligaspieler von Hertha BSC, 1860 München und Werder Bremen, hätte den VfB als Trainer in der Saison 1991/92 beinahe in die 1. Fußball-Bundesliga geführt. Später arbeitete er als Coach von Werder, Arminia Bielefeld und als Nationaltrainer von Bahrain und Katar.
Im April 2021 trat er dann die Nachfolge des Ende Mai 2020 abgetretenen Klaus Berster als VfB-Präsident an. In seine Amtszeit fiel damit sowohl der langersehnte Aufstieg in die 3. Liga als auch jetzt der Abstieg in die Regionalliga Nord. „Mit der Rückkehr als Präsident zum VfB Oldenburg konnte ich mit dazu beitragen, die Reputation des Vereines zu verbessern. Neue Sponsoren konnten während meiner Amtszeit gewonnen werden. Nicht zuletzt dokumentierte der Aufstieg in die 3. Liga und damit die Rückkehr in den professionellen Fußball nach 25 Jahren Abstinenz von der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen allen Abteilungen“, teilte Sidka mit.
Trotz des Abstiegs gelte für ihn: „Oldenburg ist zurück im deutschen Fußball.“ Er wünsche dem VfB viel Glück bei der Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin und „im Rennen um eine schnelle Rückkehr in die 3. Liga sowie im Ringen um ein neues Stadion für die Sportstadt Oldenburg“ viel Erfolg.