Reekenfeld/Löningen/Emstek/Neuenkirchen - Sie haben sich besonders durch ihre Zivilcourage ausgezeichnet – deswegen ehrte während des Delegiertentages des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland in Neuenkirchen am Dienstagabend die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta fünf Personen für ihr Engagement. Sie haben sich im vergangenen Jahr durch eine besondere Tat hervorgetan. „Die Preisträger und Preisträgerinnen haben vorbildlich gehandelt und alles getan, um ihren Mitmenschen zu helfen. Ich hoffe, dass durch diesen besonderen Zivilcouragepreis und die damit verbundene Aufmerksamkeit, dieses wichtige Thema noch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung getragen wird“, so Polizeidirektor Walter Sieveke. Die Fälle im Überblick:
Rettung in Reekenfeld
Am Sonntag, 23. April 2023, kam an der Schleusenstraße in Reekenfeld gegen 11.25 Uhr ein 80-jähriger Autofahrer gesundheitsbedingt von der Fahrbahn ab und fuhr in den angrenzenden Elisabethfehnkanal. Der Pkw versank komplett im Wasser. Der Ersthelfer Marcel Wachtendorf aus Garrel zögerte nicht lang und sprang in das kalte Wasser. Dort befreite er den verunfallten Heinrich Werner aus seinem Pkw, der sich nur noch mit dem Kopf über der Wasseroberfläche befand. Dieser wurde durch das schnelle Eingreifen des Retters durch den Unfall lediglich leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Andere Schaulustige am Unfallort kamen dem Verunfallten nicht zur Hilfe.
Opfer geholfen
Am Montag, 17. Juli 2023, gegen Mitternacht kamen Jonas Alberding und Steffen Övermeyer an der Straße „Am Stockkamp“ in Löningen auf zwei Personen zu, die eine auf dem Boden liegende Person mehrfach mit Anlauf und Wucht gegen den Kopf traten. Nach Trennung der Beteiligten kümmerte sich Steffen Övermeyer um das Opfer, während Jonas Alberding verhinderte, dass die Tatverdächtigen erneut auf das Opfer einschlugen. Das Opfer wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat gegen die Tatverdächtigen zwischenzeitlich Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung am Amtsgericht Cloppenburg erhoben.
Sprenger erwischt
Das Thema Geldautomatensprengungen hat die Polizei und Bevölkerung in den vergangenen Monaten ziemlich beschäftigt. Laut Polizei gab es allein im Jahr 2022 in Niedersachsen 68 Fälle. Im Jahr 2023 waren es noch 39 Fälle. Aufgrund von angepassten Fahndungsmaßnahmen der Polizei kam es Anfang/Mitte des Jahres 2023 aber auch zu Festnahmen im hiesigen Bereich. So wurde am 20. März 2023 ein Täterfahrzeug auf der Autobahn 28, nahe der Gemeinde Emstek, gestoppt. Der oder die Täter flüchteten zunächst unerkannt.
Drei Tage später erschien am Vormittag im Bereich der damaligen Wohnanschrift der Familie Hermeling in Emstek ein junger Mann. In einem Gespräch mit Kathrin Hermeling erzählte ihr der junge Mann unter anderem, dass er sich seit einigen Tagen im Wald aufgehalten habe. Er bat um Essen und Trinken und dass er telefonieren wolle. Kathrin Hermeling reagierte geistesgegenwärtig und stellte den Mann mit dem Fluchtfahrzeug Nahe der A 28 in Zusammenhang. Sie ging ins Haus, rief ihren Ehemann an, der umgehend die Polizei informierte.
Dann unterhielt sie sich weiter mit dem Mann und verhinderte eine erneute Flucht. Dadurch konnte die Polizei den 21-jährigen Tatverdächtigen festnehmen. Dieser wurde mittlerweile zu einer Haftstrafe verurteilt. „Die Eheleute Hermeling leisteten durch ihr couragiertes und mitdenkendes Handeln einen Beitrag zur Bekämpfung von Geldautomatensprengungen“, heißt es von der Polizei.