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nordwest-zeitung

I. Entwässerungsverband Emden Regenmengen „außergewöhnlich“ – Druck bei der winterlichen Gewässerpflege

Jetzt muss es schnell gehen, bevor winterliche Regenmengen den Boden aufweichen: Gewässer zwischen Emden und Aurich werden dieser Tage von Wasserpflanzen und Schlamm befreit. Denn in diesem Jahr fielen bereits Rekordmengen an Regen – der I. Entwässerungsverband Emden spricht von „außergewöhnlichen“ Zuständen.

Jetzt muss es schnell gehen, bevor winterliche Regenmengen den Boden aufweichen: Gewässer zwischen Emden und Aurich werden dieser Tage von Wasserpflanzen und Schlamm befreit. Denn in diesem Jahr fielen bereits Rekordmengen an Regen – der I. Entwässerungsverband Emden spricht von „außergewöhnlichen“ Zuständen.

Entwässerungsverband

Emden - Das Jahr 2024 war bisher sehr nass – so nass, dass beim I. Entwässerungsverband Emden Handlungsdruck entsteht. Denn vor dem Winter müssen die Gewässer im Verbandsgebiet gereinigt und von Kraut befreit werden, um die wahrscheinlichen hohen Niederschlägen der kommenden Monate zu verkraften. Dafür waren in den vergangenen Wochen etliche Bagger zwischen Emden und Aurich unterwegs, um Böschungen zu mähen und Gewässer zu entschlammen. „Damit das Niederschlagswasser wieder schnell genug in den Gräben abfließen kann, werden in jedem Herbst fast genau 900 km zwischen Emden, Aurich, Leezdorf, Greetsiel und der Knock von Pflanzenbewuchs und Schlamm befreit“, erklärt Verbandsingenieur Jan van Dyk in einer aktuellen Mitteilung.

Pegel steigt durch Pflanzen

Denn erfahrungsgemäß steige durch wild wuchernde Wasserpflanzen wie Laichkraut, Wasserpest oder Schilf auch der Wasserstand – auf einem Kilometer Grabenlänge demnach bis zu 30 Zentimeter. Besonders betroffen sind laut dem Entwässerungsverband hier die Kommunen Hinte, Brookmerland, Südbrookmerland, Krummhörn, Ihlow sowie Aurich und Emden. Um der Lage Herr zu werden, bevor Böden durch anhaltende feuchte Witterung wieder aufweichen – wie es im Frühjahr bereits geschah – arbeiten zeitweise bis zu 15 Bagger verschiedener Unternehmen gleichzeitig. „Der letzte niederschlagsreiche Winter, weite Teile der ersten Jahreshälfte 2024 und die Regenereignisse Mitte Juli untermauern die Wichtigkeit des freien Wasserabflusses im Sinne des Binnenhochwasserschutzes“, so van Dyk weiter.

Im Kreis-Umweltausschuss in Aurich ging es um eine Änderung der Verordnung über Schau und Unterhaltung der Gewässer dritter Ordnung. Die jüngsten Überschwemmungen und die Tatsache, dass künftig mit mehr Starkregenereignissen gerechnet werden muss, führen dazu, dass konkretere Aufgabenbeschreibungen und eine genauere Schau nötig werden.

KREISUMWELTAUSSCHUSS IN AURICH Überschwemmungen und Starkregen machen genauere Gewässerschauen notwendig

Klaus-Dieter Heimann
Landkreis Aurich

Rekord-Regenmenge in 2024

Er liefert in dem Zusammenhang auch Zahlen: Überschlägig seien von Juli 2023 bis Juli 2024 stellenweise fast 1500 mm Niederschlag gefallen. In einigen Verbandsgebietsteilen sind demnach allein seit Beginn dieses Jahres über 1.000 mm Regen gemessen worden. Der durchschnittliche Gesamtniederschlag liege ansonsten bei jährlich rund 800 mm und somit deutlich tiefer. Van Dyk: „Diese Werte können in der Gesamtstatistik des Verbandes schon als außergewöhnlich und sehr selten bewertet werden.“

Räumstreifen freihalten

Im Laufe der kommenden Wochen soll die Unterhaltung der Gräben und Schlote abgeschlossen werden. Denn Ende des Monats erfolgt die Gewässerschau mit zuständigen Behörden und beteiligten Kommunen, unter Leitung von Obersielrichter Reinhard Behrends. Der Entwässerungsverband weist deshalb darauf hin, dass Anlieger die Räum- und Unterhaltungsstreifen von Gewässern an ihren Grundstücken freihalten müssen – Pflanzen, Masten, Wälle oder gar Teiche sind hier tabu. Privat gelegte Rohre müssen zudem auf Durchfluss geprüft werden, damit Niederschläge aus dem ostfriesischen Binnenland ungehindert zu den örtlichen Sielen und dann in die Mündungsschöpfwerke in Greetsiel oder an der Knock gelangen.

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