Oldenburg - Heimdebüt hin oder her. Mladen Drijencic hat seinen Spielern eine klare Anweisung mit auf den Weg gegeben. „Wenn unser Team an Frankfurt und das Pokalspiel denkt, muss da Wut im Bauch sein“, schwört Oldenburgs Basketball-Coach seine Bundesliga-Profis von den EWE Baskets auf die Partie gegen die Frankfurt Skyliners an diesem Samstag (20 Uhr) in der großen EWE-Arena ein.
Heimdebüt versüßen
Nach dem 79:85 im Pokal-Achtelfinale Mitte Oktober in Hessen haben die Baskets vor allem zwei Ziele vor Augen. Den ersten Auftritt ihres neuen, alten Trainers seit mehr als zwei Jahren in der großen Arena mit einem Sieg zu versüßen und sich für das bittere Aus zu revanchieren. Einer, der zwar bei der Niederlage in der Mainmetropole angeschlagen fehlte, die Ansage von Drijencic aber schon verinnerlicht hat, ist Center Mathis Dossou-Yovo. „Kämpfen – wie immer“, sagt der 24-jährige Franzose auf die Frage, was gegen den Bundesliga-Aufsteiger wichtig wird: „Wir wollen Revanche nehmen. Wir werden bereit sein.“
Der Center scheint vom Trainerwechsel von Pedro Calles hin zu Drijencic profitiert zu haben. Bei der 78:87-Niederlage am Sonntag bei den Niners Chemnitz kam der Big Man auf 15 Zähler – seine bisher beste Punkteausbeute in der noch jungen Saison. Der Franzose wurde unter dem 59-Jährigen wieder mehr ins Offensivspiel eingebunden.
Während die Center um Dossou-Yovo, Norris Agbakoko und Aleksandar Zecevic unter Calles vor allem zum Blockstellen für den Aufbauspieler eingesetzt wurden, werden sie unter Drijencic nun mehr im Post angespielt – also mit dem Rücken zu Korb und Gegner. Hieraus können die Center, aber auch die großen Flügelspieler um Seth Hinrichs, Artur Konontsuk oder auch Alen Pjanic (er spielt aber meist auf dem kleinen Flügel) selbst Aktionen kreieren oder den freien Mitspieler finden.
Sorgen bereiten Drijencic die Fragezeichen hinter seinen Spielmachern Geno Crandall (Muskelzerrung) und Eli Brooks (Bänderdehnung). Beide seien zwar auf dem Weg der Besserung, doch ihre Einsatzchancen waren auf Nachfrage am Freitag noch offen. Eine Entscheidung werde am Spieltag fallen. „In der aktuellen Situation, in der unsere Spielmacher fraglich sind und wir eine neue Spielidee haben, ist es nicht einfach und wir müssen improvisieren“, erklärt der Baskets-Trainer, der das Team vor knapp zwei Wochen von Calles übernommen hatte.
Schließlich müsse er die Mannschaft „gleichzeitig vorbereiten und für die Frankfurter Offensive und Defensive Lösungen finden“. Besonders vor dem Guard-Trio Trey Calvin, Malik Parsons und Booker Coplin warnt Drijencic.
Gefährliches Trio
„Frankfurt spielt vor allem mit den drei Guards schnell und hat viel Qualität im Spiel Eins-gegen-Eins. Das müssen wir mit unserer Verteidigung kontrollieren“, sagt der 59-Jährige. Das Skyliners-Trio tat den Oldenburgern im Pokalspiel enorm weh. Calvin (27 Punkte), Parsons (24) und Coplin (15) nahmen die Baskets, die zeitweise sogar mit 31 Punkten hinten lagen, regelrecht im Alleingang auseinander.
Der große Unterschied zu damals: Am Samstag spielen die Oldenburger zu Hause. „Ich glaube, dass unsere Arena sehr laut sein und hinter uns stehen wird. Das kann uns tragen“, sagt Drijencic vor seiner Rückkehr in sein altes und neues „Wohnzimmer“.