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nordwest-zeitung

Neue Folge Nordwestkurve Das plant VfB-Chef Michael Weinberg nach Ja zum Stadion-Neubau

Michael Weinberg (rechts) mit Sportredakteur Lars Blancke

Michael Weinberg (rechts) mit Sportredakteur Lars Blancke

Torsten von Reeken

Oldenburg - Dezember 2021, Rathaus in Oldenburg. Michael Weinberg, Geschäftsführer des VfB, wird mit Vereinsvertretern vorstellig bei Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sowie Mitarbeitern der Stadt. Der VfB ist gerade überraschend Wintermeister geworden in der Regionalliga Nord – und Weinberg stellt im Rathaus die Frage: „Was passiert, wenn wir in die 3. Liga aufsteigen?“ Schließlich ist das Marschwegstadion untauglich für den Profifußball. Gedanken werden ausgetauscht. Und natürlich bringt der VfB das alte Dauerthema vor – ein neues Fußball-Stadion in Oldenburg. „Ich bin damals rausgegangen mit dem Gedanken: Puh, das wird nie was! Es war völlig weit weg, es war illusorisch“, erinnert sich Weinberg.

Erzählt hat er das in der neuen Folge „Nordwestkurve - der VfB-Podcast“ im Gespräch mit NWZ-Redakteur Lars Blancke. Jene Runde im Rathaus vor zweieinhalb Jahren war für Weinberg der Startschuss zu einem Mammutprojekt, das am Montagabend mit dem Ja des Stadtrates zum Bau einer neuen Fußball-Arena an der Maastrichter Straße ein erfolgreiches Ende genommen hat. Der VfB wird als Ankermieter der große Profiteur der städtisch finanzierten Arena sein.

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Das Ja im Rat

„Total rührend, emotional“, beschreibt Weinberg diesen Montagabend, der mit einer Party mit Fans und Sponsoren im OL’s sowie in der Metro („Da habe ich mich ausgeklinkt“) gefeiert wurde. Er sei aber auch „froh, dass es jetzt vorbei ist“. Die emotional geführte Debatte und die Tragweite der Entscheidung habe ihn „sehr beschäftigt, auch im privaten Bereich. Man nimmt das mit.“ Viele „Glückwünsche und viele Telefonate“ habe es seither gegeben. „Ich wurde schon auf Logen, Businesskarten und Dauerkarten angesprochen“, erzählt Weinberg schmunzelnd: „Das ist natürlich viel zu früh.“

Die Folgen des Neubaus

„Wir sind in Oldenburg privilegiert, mitten in der Stadt ein Stadion zu bekommen“, weiß Weinberg. Für die Stadtgesellschaft sei dies etwas Spezielles. Viele neue Arenen würden „vor die Orte gesetzt“, in der Stadt hat es „ein anderes Flair“, weil „Du die Wucht eines Heimspiels miterleben kannst“. Mit der Perspektive eines neuen Stadions, das Ende 2027 fertiggestellt sein soll, „haben wir eine große Möglichkeit, etwas zu schaffen, was 20 oder 30 Jahre andauert“, so Weinberg. „Wir wollen über kurz oder lang in dem Stadion in der 3. Liga spielen“, betont der 41-jährige, der früher für Eintracht Nordhorn kickte, sich früh entschied, in seiner Heimatstadt Bremen Steuer- und Wirtschaftsrecht zu studieren und seit zehn Jahren selbstständiger Steuerberater ist. Seit 2021 arbeitet er als Geschäftsführer der VfB-GmbH. Für den Club gehe es in den nächsten drei Jahren darum, „sich weiter zu professionalisieren, als Verein zu wachsen.“

Das Gesprächsangebot

„Das Stadion wird gebaut, es entsteht also ein Oberzentrum für Profisport an der Maastrichter Straße. Ich würde mich freuen, wenn wir es hinbekommen, unsere Köpfe mit den Stakeholdern der EWE Baskets und des VfL Oldenburg zusammenzustecken, um dort Synergieeffekte zu schaffen, die alle Vereine weiterbringen“, richtet Weinberg direkt ein Gesprächsangebot an die Basketball- und Handball-Bundesligisten, die in der kleinen und großen EWE-Arena neben dem künftigen Fußballstadion spielen. „Ich glaube, dass alle drei Vereine profitieren werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man einen Fanshop einrichtet, in dem alle Vereine ihr Merchandise verkaufen. Oder ein gemeinsames Ticketcenter“, nennt Weinberg Gedankenspiele.

Podcast
Neues Stadion: So sah es Montagabend bei der Ratssitzung in der Weser-Ems-Halle aus.

SONDERFOLGE „NORDWESTKURVE“ Das Ja zum neuen Stadion, die Reaktionen und die Folgen für den VfB Oldenburg

Lars Blancke
Oldenburg
Sprechen über den Stadionneubau: (obere Reihe von links) Hermann Schüller, Michael Weinberg, Andreas Lampe, (untere Reihe von links) Gero Büsselmann und Holger Völling

VEREINSVERTRETER REDEN NACH RATSBESCHLUSS Das sagen Schüller, Lampe und Co. zum Bau der neuen Fußball-Arena

Lars Blancke
Oldenburg

Die Entwicklung des Etats

„Wir haben es geschafft, unseren aktuellen Etat im Vergleich zur Aufstiegssaison zu verdoppeln“, sagt Weinberg. In Zahlen heißt das: In der Spielzeit 2021/22 lag der Regionalliga-Etat bei etwa 1,2 Millionen Euro. Durch den Aufstieg in die 3. Liga, TV-Gelder und weitere Mehreinnahmen sowie eine wachsende Sponsorenzahl vervierfachte der VfB seinen Etat in der Drittliga-Saison 2022/23. Jetzt, in der Spielzeit 2023/24, liegt er „im Bereich von 2,2 bis 2,4 Millionen Euro. Da sind wir schon stolz drauf“, so Weinberg. Er hoffe, dass er diesen Standard auch in der kommenden Regionalligasaison halten könne und sei da sehr positiv gestimmt.

Wie Michael Weinberg zu einem Job als Spielerberater kam, warum er Tag eins beim VfB noch genau im Kopf hat und warum ihn eine Karten-Anfrage des VfL Osnabrück nachdenklich gemacht hat, erzählt Weinberg in der „Nordwestkurve“. Die neue Folge ist ab sofort online kostenlos zu hören unter www.nwzonline.de/podcasts sowie auf allen bekannten Podcast-Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music und Deezer. Dort können unsere Hörerinnen und Hörer auch alle vorherigen Folgen des VfB-Podcasts nachhören.

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