Oldenburg - Als Vjekoslav Taritas im Juni dieses Jahres als Zugang des VfB Oldenburg vorgestellt wurde, ging es natürlich auch um seine Lieblingsposition. Am liebsten wirbele er als Rechtsfuß über links, auf der rechten Seite fühle er sich aber auch wohl, sagte der Fußballer damals. Und: „Wenn es nötig ist, kann ich auch zentral spielen.“
Seit ein paar Wochen ist das nötig – und aus Sicht von Taritas läuft es von diesem Zeitpunkt an besser denn je im VfB-Trikot. Pünktlich zum Wiedersehen an diesem Samstag (18 Uhr, Marschwegstadion) mit seinem vorherigen Verein Phönix Lübeck ist der 25-Jährige in Form gekommen – und davon profitiert natürlich auch der seit vier Partien unbesiegte und im Aufschwung befindliche VfB, der dennoch weiterhin tief drin im Abstiegskampf steckt.
Zugang als Stammkraft
Genau in diesen vergangenen vier Begegnungen – 1:1 beim VfB Lübeck, 1:1 gegen TSV Havelse, 2:0 gegen Eintracht Norderstedt und 4:1 bei Teutonia Ottensen – agierte Taritas zentral in der vorderen Dreierreihe und hinter einer alleinigen Spitze. In den Krisen-Wochen zuvor war er ständig hin- und hergewechselt zwischen rechts, links und sogar dem Sturm.
Die Folge der neuen, konstanten Rolle: In Lübeck leitete Taritas mit einem Eckball die zwischenzeitliche Führung durch Willem Hoffrogge ein. Gegen Norderstedt bereitete der in Kroatiens Hauptstadt Zagreb geborene Rechtsfuß mit einem perfekten Pass in die Tiefe auf Aurel Loubongo das 2:0 vor. Und zuletzt in Ottensen erzielte Taritas mit einer überlegten Volleyabnahme nicht nur endlich sein erstes Saisontor zum wichtigen 2:1, er bereitete auch das 3:1 durch Marc Schröder erneut mit einem seiner scharf getretenen Eckbälle vor. Insgesamt sieben Vorlagen in 19 Partien sind ein sehenswerter Wert, der eine eigene Treffer ist indes ausbaufähig. Immerhin standen in Taritas’ Spielerprofil bereits 21 Treffer und 17 Vorlagen in 87 Regionalligaspielen zuvor für den VfB und Phönix Lübeck.
Zugang als Zuschauer
Taritas dürfte damit erneut auf der Zehn spielen, wenn die Oldenburger gegen seine alten Kollegen ihren guten Lauf fortsetzen wollen. Gänzlich anders sieht die Situation bei dem zweiten Zugang des VfB aus, der von Phönix kam. Julian Boccaccio (vorher Meier) ist bis jetzt über eine Jokerrolle nicht hinausgekommen, dabei kam er mit sieben Treffern und elf Vorlagen in der Vorsaison aus Lübeck nach Oldenburg. Seine bisherige VfB-Statistik lautet: null Tore, null Vorlagen. Zu Saisonbeginn hatte der 24-Jährige noch Trainingsrückstand aufgrund einer Blessur aus seiner Lübecker Zeit. Er startete mit mehreren, nicht überzeugenden Kurzeinsätzen. Als dann Dario Fossi von Fuat Kilic übernahm, fiel Boccaccio wochenlang mit einem hartnäckigen Infekt aus. In den letzten drei Partien kam er jeweils sehr spät zumindest wieder zu Einsätzen, sammelte aber nur insgesamt 27 Spielminuten. Auch an diesem Samstag wird er seinen alten Kollegen zunächst von der Bank aus zusehen.
Schwankende Resultate
Auf dem Rasen stehen sollten indes in Leon Deichmann (nach abgelaufener Sperre zurück) und Anouar Adam (muskuläre Probleme überwunden) wieder zwei Leistungsträger in der Viererkette. Sie treffen auf einen Gegner, der in seinen Ergebnissen sehr schwankt. Neben zwei starken (9:1 in Ottensen und 3:0 in Emden) stehen zwei schwache Resultate (0:1 gegen Norderstedt und 1:3 gegen Lohne) sowie ein achtbares 1:1 gegen Meppen in den letzten fünf Spielen in der Bilanz. „Das ist eine spielerisch starke, offensive Mannschaft. Sie spielt sehr unbekümmert und wird uns vor Aufgaben stellen“, warnt VfB-Trainer Fossi. Phönix steht mit 28 Punkten auf Platz sieben und wird weder mit der Meisterschaft noch mit dem Abstiegskampf etwas zu tun haben. Eine Ausgangslage, die Taritas und Boccaccio wenige Monate nach ihrem Wechsel zum VfB dankend annehmen würden.