Oldenburg - Dieser Schachzug ist mal so richtig aufgegangen: Als sich die Tor-Party des Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg beim 5:0 (1:0) gegen Eintracht Norderstedt am Sonntag dem Ende zuneigte und der Jubel so langsam abebbte, verriet Trainer Fuat Kilic, wie er seinen wohl größten Unterschiedsspieler im Kader – Aurel Loubongo (22) – zu dessen herausragender Leistung angetrieben hatte.
Nicht konzentriert
„Aurel hat gegen Flensburg eine Denkpause von mir bekommen, weil er zuletzt nicht diese Konzentration und Spannung hatte, die ich erwarte, sondern eher eine Laissez-faire-Art gezeigt hat“, sagte der VfB-Chefcoach auf Nachfrage unserer Redaktion. Beim 2:0-Heimsieg vor zwei Wochen hatte der vor der Saison von Drittligist RW Essen gekommene Flügelflitzer erstmals zu Beginn auf der Bank gesessen, obwohl er einsatzbereit war. Stattdessen glänzte Winter-Zugang Elsamed Ramaj, erzielte ein Tor und war an vielen gefährlichen Aktionen direkt beteiligt. Ramaj saß nun gegen schwache Norderstedter wiederum angeschlagen auf der Bank, was Kilic bei seiner Entscheidung, wer spielt, sicherlich geholfen hat – der Weg zu Loubongos Gala war frei.
Nicht zu stoppen
„Aurel hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Heute hat er eine Entschlossenheit in beide Richtungen gezeigt, die sehr wertvoll für uns ist. Ich bin sehr froh, dass er das so umgesetzt hat“, lobte Kilic den 22-Jährigen. Dieser hatte das 1:0 erzielt (12. Minute), das 2:0 von Markus Ziereis eingeleitet (49.), den von Max Wegner verwandelten Strafstoß zum 4:0 herausgeholt (75.) und das 5:0 per spektakulärem Seitfallzieher geschossen (78.). „Sah wohl gut aus“, kommentierte der Schütze sein Kunststück. Mit nun sechs Saisontoren gehört Loubongo zusammen mit Wegner und Krasniqi einem Trio an, das hinter Ziereis (sieben Treffer) am meisten Torgefahr ausstrahlt.
nicht so leicht
Kilic derweil hatte am Sonntag das „Glück“, dass in Linus Schäfer (verletzt) und dem angeschlagenen Ramaj zwei offensive Außenbahnspieler keine Startelfkandidaten waren. Sind auch sie fit, haben die Oldenburger auf der Seite ein personelles Potenzial, das in der Regionalliga Nord seinesgleichen sucht. Wegen Loubongos Gala ging nämlich etwas unter, dass in Rafael Brand ein weiterer Außenstürmer nach seiner langen Verletzung in der Hinrunde immer besser in Form kommt. Der Linksfuß hatte bereits bei der 2:3-Niederlage in Meppen ein Tor erzielt und eine Vorlage gegeben, nun bereitete er gegen Norderstedt das 1:0 von Loubongo vor und zeigte ein insgesamt auffälliges Spiel. Nur weil der VfB in einer überlegenen ersten Halbzeit beim letzten Quer- oder Rückpass noch oft die falsche Entscheidung traf, war Brand nicht an mehr Toren beteiligt.
„Das ist weiter unser Thema. Das hat bei Kilia Kiel (0:0) angefangen, wo wir außen sehr oft durch waren und im Zentrum die Mitspieler nicht gefunden haben“, erklärte auch Kilic, dass die Genauigkeit im letzten Drittel weiter verbesserungsfähig ist. Die nächste Chance, diese effektiver zu gestalten, hat der VfB an diesem Samstag (14 Uhr) bei Teutonia Ottensen – und der Trainer könnte vor einer schweren Entscheidung stehen, wem er auf Außen von Beginn an das Vertrauen schenkt.
