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nordwest-zeitung

Senne Lynen kommt aus Belgien Das macht Werder Bremens neuen Sechser aus

Bremen - Das Tempo der Fußball-Bundesliga hat Senne Lynen in der vergangenen Saison gleich mehrmals kennengelernt. Mit seinem belgischen Club Royal Union Saint-Gilloise traf er zunächst in der Gruppenphase der Europa League zweimal auf Union Berlin, gewann 1:0 im Stadion an der Alten Försterei, verlor 0:1 das Heimspiel gegen die Berliner und gewann die Gruppe dennoch mit 13 Punkten. Bereits im Achtelfinale trafen sich beide Vereine wieder – dieses Mal gewann das belgische Union nach einem 3:3 im Hinspiel 3:0 zuhause und zog in die Runde der letzten Acht ein, wo mit Bayer Leverkusen der nächste Bundesligist wartete. Nach einem starken 1:1 in der BayArena verlor Saint-Gilloise mit 1:4 im Rückspiel und beendete damit eine überraschend lange Reise durch Europa.

Zwei Millionen Ablöse

Diese Leistungen haben offenbar Eindruck hinterlassen. Denn nach Stürmer Victor Boniface, der für 20,5 Millionen Euro nach Leverkusen gewechselt ist, zieht es einen zweiten Royalen nach Deutschland. Werder Bremen brachte am Dienstag die Verpflichtung von Lynen unter Dach und Fach – und der 24-Jährige soll endlich die Lücke im defensiven zentralen Mittelfeld schließen, die in Bremen schon seit Jahren klafft und die Christian Groß und Ilia Gruev nur punktuell ausfüllen konnten. Die Ablösesumme von zwei Millionen Euro ist vergleichsweise gering.

„Wir haben Senne schon länger beobachtet. Er ist ein physischer Spieler, der eine sehr gute Übersicht hat und gerade im defensiven Mittelfeld seine Stärken ausspielen kann, durch die er einem Spiel eine gewisse Stabilität verleiht“, sagt Werder-Trainer Ole Werner. Der frühere U-19-Nationalspieler der Belgier gilt nicht nur als reiner Sechser, sondern kann auch auf der Acht etwas offensiver im Mittelfeld eingesetzt werden.

Der in Antwerpen geborene Rechtsfuß wurde unter anderem in der Jugend des FC Brügge ausgebildet. Nach zwei unauffälligen Jahren bei Telstar in den Niederlanden wechselte er 2020 zu Saint-Gilloise, wo seine Karriere neuen Schwung bekam. Vor dem Beginn der vergangenen Saison lag Lynens Marktwert noch unter einer Million Euro, inzwischen ist er auf vier Millionen Euro gestiegen.

„Die Bundesliga ist einer der größten Wettbewerbe in Europa“, sagt Lynen: „Werder ist ein großer Verein und der richtige Schritt für mich.“ Der frisch gebackene Vater von Töchterchen Joolz wolle nun erst einmal in Bremen ankommen, „meine Rolle im Team finden und dann so viele Spiele wie möglich gewinnen“. In Belgien hat er die komplette Saisonvorbereitung problemfrei absolviert und stand bereits bei zwei Pflichtspielen auf dem Platz – einem Einsatz in der ersten DFB-Pokalrunde an diesem Samstag (15.30 Uhr) bei Viktoria Köln und beim Bundesligastart gegen Bayern München (18. August) steht also nichts im Weg.

Im Herz der Mannschaft

Seine Stärken beschreibt Bremens neuer Belgier so: „Mit der Qualität des Passspiels und den Kilometern, die ich laufe, möchte ich das Herz einer Mannschaft sein und ihr helfen, erfolgreich zu sein.“

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
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