Wilhelmshaven/Schiermonnikoog - Der havarierte Autofrachter „Fremantle Highway“ wird wieder von Schleppern rund 16 Kilometer nördlich von Schiermonnikoog und Ameland in Position gehalten. Am späten Dienstagnachmittag war nach Angaben niederländischer Behörden die Ankerkette gerissen, die das Schiff sicherte. Der Havarist driftete langsam in Richtung deutsche Hoheitsgewässer, obwohl die ganze Zeit eine Verbindung zu zwei Schleppern vor Ort bestand. Genauere Informationen liegen derzeit noch nicht vor.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee hatte vorsorglich sein Mehrzweckschiff „Mellum“ in Richtung Borkum in Bewegung gesetzt. Das Schiff bleibe jetzt zunächst nördlich von Borkum, um im Notfall bereit zu stehen. Auch die „Bamberg“ der Bundespolizei See befindet sich in der Nähe.
Am Nachmittag hieß es aus gut informierten maritimen Kreisen, dass die Niederländer entschieden hätten, den Havaristen so bald wie möglich nach Eemshaven zu schleppen.
Zuvor liefen in den für ein Festmachen der „Fremantle Highway“ infrage kommenden Häfen bereits Gespräche über eine mögliche Aufnahme des Schiffes. Wilhelmshaven hatte sich in der Vergangenheit bereits als Nothafen nach Bränden an Bord bewährt. So war im September 2012 die „Flaminia“ ebenso am Jade-Weser-Port entladen worden wie im Juni 2015 die „Purple Beach“. Nicht als „Notfall“ machte dann Anfang 2021 auch die „Maersk Elba“ nach einem Containerbrand hier fest. Angesichts der Schadstoffbelastung an Bord der „Fremantle Highway“ wäre in Wilhelmshaven nur die Projektpier im Norden des Containerterminals geeignet, den Havaristen aufzunehmen.