Brettorf/Wardenburg/Moslesfehn - Bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend U 14 sowie der Senioren haben die Faustball-Teams aus dem Landkreis so richtig abgeräumt. Die Mädchen des TV Brettorf, die Frauen 30 des Wardenburger TV und die Männer 55 des SV Moslesfehn gewannen jeweils die Goldmedaille. Die Vizemeisterschaft der Moslesfehner Frauen sowie Platz drei der Männer 45 des SVM rundeten das herausragende Abschneiden der Landkreisclubs ab.
Weibliche Jugend U 14
Im Vorfeld galten die Mädels des TV Brettorf durchaus zu den großen Favoriten. „Ein DM-Titel ist natürlich nie selbstverständlich. Aber wir wussten, was die Mädels zu leisten imstande sind. Dass sie es tatsächlich gepackt haben, ist einfach überragend“, freute sich Esther Ahrens, die zusammen mit Alicia Poppe die Brettorfer Mannschaft trainiert. Dabei hatten die TVB-Mädchen zu Beginn der Meisterschaft in Bad Liebenzell (Baden-Württemberg) leichte Startprobleme, verloren gegen den MTV Wangersen den ersten Satz (7:11). „Vielleicht war das gar nicht so verkehrt. Danach haben sich alle neu fokussiert und gekämpft“, beobachtete Ahrens eine klare Steigerung im weiteren Verlauf. So drehten die Brettorferinnen nicht nur die Partie gegen Wangersen (11:7, 11:7), sondern gewannen auch die weiteren Gruppenspiele gegen TV Bretten (11:5, 11:5), ESV Schwerin (11:7, 11:9) und SC DHfK Leipzig (11:6, 11:8) souverän.
Deutscher Meister: die weibliche Jugend U 14 des TV Brettorf
Zu Beginn des zweiten Turniertags starteten die TVB-Mädchen im Halbfinale gegen DM-Gastgeber TV Unterhaugstett erneut nervös (13:15). Doch wiederum gelang es dem Team, sich aus dem kurzen Leistungstief zu befreien und das Blatt zu wenden (11:2, 11:7). Im Finale gegen den TSV Karlsdorf entwickelte sich ein hochklassiges Spiel auf Augenhöhe. „Am Ende waren wir vielleicht den Tick cleverer und geduldiger“, erklärte die TVB-Trainerin den hauchdünnen 2:0-Erfolg (12:10, 14:12). Ahrens hob vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit und das gute Miteinander hervor. Außerdem hätten die mitgereisten Eltern und Geschwister für tolle Stimmung gesorgt. Für den TVB spielten Leni Hasselberg, Emma Ahrens, Sarah Freese, Leni Garms, Nina Garms, Martje Wickmann und Nela Wawrzinek.
Frauen 30
In Bargstedt (Schleswig-Holstein) fanden die Feldmeisterschaften für die Seniorenklassen statt. Da bei den Frauen 30 nur sieben Teams gemeldet hatten, wurde hier im Modus „Jeder gegen Jeden“ gespielt. „Das war etwas schade, denn somit gab es keine richtigen Finalspiele, was ja eigentlich gerade so eine Meisterschaft ausmacht“, berichtete Sarah Lücken, Angreiferin des Wardenburger TV. Ihrer Mannschaft wird das jedoch am Ende ziemlich egal gewesen sein, denn erstmals sicherten sich die Frauen 30 des WTV den Titel.
Deutscher Meister: die Frauen 30 des Wardenburger TV
In der Besetzung Anita Ivanda, Anika Langpaap und Saskia Gelhaus, die im Punktspielbetrieb für den Lemwerder TV aufschlagen, Franziska Pestrup (TuS Döhlen) sowie Diana Piehler und Sarah Lücken legte Wardenburg einen Traumstart hin und gewann am Samstag direkt gegen Titelverteidiger ETV Hamburg (11:7, 11:5). Auch die nächsten beiden Spiele gegen TuS Spenge (11:4, 11:5) und TSV Schülp (11:8, 11:7) wurden gewonnen.
Der zweite Tag, an dem der WTV ohne Langpaap auskommen musste, startete mit einem lockeren 2:0 gegen Gastgeber Heinkenborsteler SV (11:8, 11:5). In der fünften Runde kam es zum entscheidenden Spiel – und das ausgerechnet gegen den Landkreisnachbarn SV Moslesfehn. Mit den Spielerinnen Laura Marofke (Leihgabe des TV Brettorf), Sabine Ahrens, Nane Ahrens, Sabine Grüning, Jessica Konen und Christina Scholte hatte der SVM bis dahin gegen den Güstrower SC (11:9, 9:11, 11:9), Heinkenborsteler SV (11:1, 11:3) und TSV Schülp (11:6, 11:9) gewonnen sowie gegen Hamburg verloren (9:11, 4:11). Da der ETV zuvor auch schon gegen Schülp gepatzt hatte, war Moslesfehn nun die letzte Mannschaft, die Wardenburg noch hätte gefährlich werden können. Doch der WTV ließ keine Spannung mehr aufkommen, machte mit einem knappen 2:1-Erfolg (11:7, 6:11, 15:13) vorzeitig alles klar. „Vor allem im dritten Satz haben wir großen Willen gezeigt und einen 2:5- sowie 5:8-Rückstand noch aufgeholt“, freute sich Lücken über die starke Leistung. Ihre Mannschaft gewann schließlich auch das letzte Spiel gegen Güstrow (11:7, 11:4).
Die Medaillengewinner des SV Moslesfehn: die Frauen 30 (links) und Männer 45 (rechts) jeweils als Vizemeister sowie die Männer 55 als Deutscher Meister
Moslesfehn bejubelte ebenfalls ein Happyend – und nahm nach dem 2:0 gegen Spenge (11:5, 11:1) als Vizemeister die Silbermedaillen in Empfang.
Männer 45
Ein ganz starkes Turnier spielten in Bargstedt auch die Männer 45 des SV Moslesfehn. Lediglich ein Spiel verloren Jens Kolb, Michael Lehmann, Mario Haucap, Thomas Heinrich, Carsten Grohmann, Holger Siebler, Marco Weigt und Olaf Neuenfeld. Dies war ausgerechnet im Halbfinale gegen den TSV Hagen (6:11, 9:11), so dass in diesem Moment für den ungeschlagenen Gruppensieger der Traum von Gold futsch war. Doch die Moslesfehner rappelten sich wieder auf, gewannen das Spiel um Platz drei gegen den MTV Diepenau nach Satzrückstand noch mit 2:1 (7:11, 11:9, 11:7) und jubelten somit über die verdiente Bronzemedaille.
Männer 55
Für den dritten DM-Titel am Wochenende sorgten die Männer 55 des SV Moslesfehn. „Eine Medaille hatten wir uns schon als Ziel gesetzt. Dass es die goldene werden würde, war angesichts der sehr starken Konkurrenz aber definitiv nicht zu erwarten“, freute sich SVM-Angreifer Bodo Würdemann. Sein Team lieferte zunächst eine optimale Vorrunde ab und sicherte sich mit vier 2:0-Erfolgen gegen den MTV Oldendorf (11:9, 11:4), TV Segnitz (11:8, 11:8), MTV Rosenheim (11:7, 11:8) und TV Weisel (11:6, 11:8) den Gruppensieg.
Deutscher Meister: die Männer 55 des SV Moslesfehn
Im Halbfinale kam es erneut zum Duell mit Segnitz – wiederum hatte der SVM beim klaren Zweisatzsieg keine Probleme (11:6, 11:8). Umso umkämpfter verlief schließlich das Endspiel gegen Titelverteidiger SV Ruschwedel. Der Gegner aus dem Süden des Landkreises Stade war zuletzt anderthalb Jahre ungeschlagen – ehe sich jetzt Moslesfehn in den Weg stellte. Der Favorit holte sich zwar Satz eins deutlich (7:11), doch ebenso beeindruckend schlug der SVM zurück (11:5). Im entscheidenden dritten Satz ging es dann hin und her. „Wir haben vier Matchbälle abgewehrt“, meinte Würdemann. Am Ende triumphierten die „Mossis“ in der Verlängerung mit 14:12. Neben dem Schlagmann spielten Carsten Bischoff, Jürgen Büsselmann, Hartmut Lübbers, Helmut Greiner und Heino von Aschwege für den SVM.