Oldenburg - Am 12. August des vergangenen Jahres war die Fußball-Welt bei Teutonia Ottensen noch in Ordnung – und das trotz einer 0:8-Niederlage. Das Erlebnis aber, vor 11 035 Zuschauern am Hamburger Millerntor in der DFB-Pokal-Erstrundenpartie auf das Bundesliga-Spitzenteam von Bayer Leverkusen zu treffen, war für den Verein aus dem Bezirk Altona etwas Spezielles. Dass Teutonia dabei aller Voraussicht nach gegen den kommenden Deutschen Meister gespielt hatte, macht es sogar noch etwas besonderer.
Das war es dann aber auch an Höhepunkten aus Sicht der Hamburger in dieser Spielzeit. Wenn der VfB Oldenburg an diesem Samstag (14 Uhr) beim Tabellensiebten der Regionalliga Nord gastiert, trifft er auf einen Gegner, der in einer tiefen Krise steckt – und der seinen vor der Saison ausgesprochenen Ansprüchen weit hinterherläuft. Nicht weniger als die Meisterschaft sollte es im vierten Regionalligajahr sein, am besten natürlich der Aufstieg dazu in den Relegationsspielen. Mit André Trulsen (u.a. St. Pauli) wurde dafür unter anderen ein prominenter Co-Trainer verpflichtet.
Vier Spiele ohne Tor
Heute steht fest: Die Teutonen sind in eine derart schwere Phase inklusive Trainerwechsel (weg von Dominik Glawogger, hin zum früheren Profi Immanuel Höhn) hineingeraten, dass sie sich entschieden haben, nicht einmal den Lizenzantrag für die 3. Liga zum 1. März einzureichen. Zu groß ist der Rückstand nach vorne, zu schwach die eigenen Leistungen. Vier Niederlagen in Serie setzte es für die Hamburger zuletzt – ohne eigenes Tor. Den einzigen Punkt des Jahres holten sie zuvor beim 1:1 gegen das in der Liga eigentlich chancenlose Schlusslicht Spelle-Venhaus.
Mitten drin im Drunter und Drüber bei den Teutonen, die aufgrund eines fehlenden Stadions ohnehin Probleme bei der Lizenzierung bekommen hätten, sind dei Spieler, die mit dem VfB vor zwei Jahren den Aufstieg in Liga drei gefeiert hatten: Gazi Siala (29), Dominique Ndure (24) und Affam Ifeadigo (27).
So läuft es bei Ex-VfBern
Siala, von 2017 bis 2022 fünf Jahre beim VfB aktiv, ehe er es aufgrund des Aufstiegs und der damit verbundenen Neuverpflichtungen nicht in den Oldenburger Drittliga-Kader schaffte, ist Stammkraft im Mittelfeld (19 Einsätze/3 Tore/3 Vorlagen). Ndure blieb nach dem Aufstieg beim VfB, war auch in Liga drei lange Zeit gesetzt, ehe er unter Fuat Kilic weniger spielte als unter Vorgänger Dario Fossi. Nach dem Abstieg zog es ihn nach Ottensen, wo er weiter rechts hinten verteidigt (14/1/1). Ifeadigo indes war nach dem VfB-Aufstieg zu Beginn der Saison noch Teil des Oldenburger Kaders, bekam auch vier Einsätze in der 3. Liga, ehe der Verein ihm mitteilte, dass er nicht weiter mit ihm plane. In Ottensen ist er im Sturmzentrum gesetzt, kommt bei 21 Einsätzen auf sechs Treffer und zwei Assists.
Partie auf Kunstrasen
Der VfB reist nach zwei deutlichen Heimsiegen (2:0 gegen Flensburg, 5:0 gegen Norderstedt) aufgrund der eigenen Form und der Krise der Gastgeber als klarerer Favorit nach Hamburg, als es der Zwei-Punkte-Vorsprung in der Tabelle vermuten lässt. Gespielt wird allerdings im Stadion Hoheluft auf Kunstrasen – auf diesem Geläuf machte die Kilic-Elf trotz der idealen Trainingsbedingungen an der Maastrichter Straße zu Beginn dieses Jahres bei Aufsteiger Kilia Kiel (0:0) unliebsame Erfahrungen. Gesperrt fehlen wird Christopher Buchtmann (fünfte Gelbe Karten).