Oldenburg/Hannover - Daniel Stendel hat bei Hannover 96 schon einiges erlebt. Als Profi spielte er für die 96er, später war er sowohl in der 1. (Saison 2015/16) als auch in der 2. Bundesliga (2016/17) als Cheftrainer für die Mannschaft verantwortlich. Nach Engagements in England und Frankreich ist Stendel seit 2022 zurück bei den 96ern, dieses Mal als Trainer der zweiten Mannschaft.
Aufstiegsspiele locken
Mit dieser empfängt der 50-Jährige an diesem Sonntag (12 Uhr) im Eilenriedestadion von Hannover den VfB Oldenburg zum Regionalliga-Punktspiel. Und während die Oldenburger durch die Zustimmung des Stadtrats zum Stadionbau das prägende Erlebnis dieser Saison bereits am vergangenen Montag hatten, steht Stendel und seinem Team der Höhepunkt vermutlich noch bevor. Denn mit einem Sieg gegen Oldenburg kann der Spitzenreiter einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft machen. Und die würde bedeuten, dass Hannover anschließend in zwei Partien gegen den Meister der Regionalliga Bayern um den Aufstieg in die 3. Liga kämpfen würde.
Die ungewöhnliche Anstoßzeit von 12 Uhr im Eilenriedestadion in Hannover ist auf Druck der Polizei zustande gekommen. Sie will verhindern, dass es rund um die Partie zu Zusammenstößen konkurrierender Fangruppen kommt. Jenes Klientel der 96er vermutet die Polizei bei der Zweitliga-Mannschaft von Hannover 96, die am Sonntag um 13.30 Uhr im heimischen Stadion am Maschsee auf den FC St. Pauli trifft. Also wurde die Partie von 96 II gegen Oldenburg nahezu parallel dazu angesetzt – so können die Gruppen nicht beim VfB-Spiel aufeinandertreffen. Wegen der Abwesenheit der Oldenburger wurde zudem das Oberligaspiel VfL Oldenburg - Atlas Delmenhorst für Sonntag, 10.15 Uhr (Hans-Prull-Stadion Alexanderstraße), angesetzt. So werden Begegnungen rivalisierender VfB- und Atlas-Fans in Oldenburg verhindert.
Hannover könnte damit für ein Novum sorgen. Denn noch nie spielten in einer Saison die erste Mannschaft eines Clubs in der 2. Bundesliga und die zweite Mannschaft in der 3. Liga. Das Zweitliga-Team des Vereins hat zwar noch zarte Aufstiegshoffnungen, wahrscheinlicher ist aber ein Verbleib im Unterhaus. Und dennoch hat der Verein betont, den Aufstieg der zweiten Mannschaft wahrnehmen zu wollen – wenn er zustande kommt. Die Regularien erlauben eine solche Konstellation, sie kam schlichtweg bislang aber noch nie zustande. Das lag auch daran, dass Vereine bei dieser sich anbahnenden Lage entschieden, auf einen Drittliga-Lizenzantrag für die zweite Mannschaft zu verzichten. 96 reichte diesen Antrag dagegen ein.
Gindorf bei den Profis
Der Erfolg der Stendel-Truppe ist ihr in gewisser Weise zum Verhängnis geworden. Denn der bärenstark spielende Lars Gindorf (21 Saisontore) hat sich innerhalb des Vereins für einen Profivertrag empfohlen. Seit Anfang März kam er fünfmal in der 2. Liga zum Einsatz, in der Regionalligamannschaft seitdem nur noch einmal. Und ohne ihn kassierte die Zweite am vergangenen Sonntag überraschend eine 0:1-Niederlage beim abstiegsbedrohten Bremer SV. Gindorf hatte da andere Dinge zu tun: Er wurde im Niedersachsen-Derby zwischen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig und Hannover eingewechselt und vergab kurz vor Schluss frei vor dem gegnerischen Tor eine Riesenchance; die Partie endete 0:0. Am Sonntagmittag wird Gindorf im Einsatz sein, allerdings erneut mit dem Profiteam. Dieses trifft um 13.30 Uhr im eigenen Stadion auf den FC St. Pauli.
VfB-Sieg im Hinspiel
Für die Oldenburger um Trainer Fuat Kilic ist die Meisterschaft inzwischen auch rechnerisch nicht mehr möglich. 19 Punkte beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter 96 II bei noch sechs ausstehenden Spielen, maximal 18 könnten aufgeholt werden. Für die VfB-Akteure geht es demzufolge erneut darum, sich für die neue Saison in Position zu bringen. Mehrere Akteure sind schließlich noch ohne Vertrag für die kommende Spielzeit. Im Hinspiel gelang es den VfB-Akteuren, auf sich aufmerksam zu machen: Sie gewannen am 22. Oktober im Marschwegstadion mit 2:1.