Garrel - Um ihre Gesundheit und Lebensqualität fürchten die Anwohner der Beverbrucher Straße (L 871) in Garrel. Sie haben sich daher zu einer Bürgergruppe „Ausbau L 871 (Beverbrucher Straße)“ zusammengeschlossen. Die Anwohner befürchten, dass es insbesondere nachts zu „massiven Ruhestörungen“ kommt. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet und eine Liste mit rund 60 Unterzeichnern an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen, an Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD), den CDU-Landtagsabgeordnete Lukas Reinken sowie Bürgermeister Thomas Höffmann geschickt.
Ihre Kritik: Fahrbahn-Markierungslinien würden seit einigen Jahren als Agglomerat-Markierungen aufgebracht. Dabei entsteht kein vollflächiger Strich an den Fahrbahnrändern, sondern eine Strukturmarkierung. Sie soll an gefährlichen Stellen oder Unfallschwerpunkten die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöhen.
Am Abzweig nach Falkenberg sind die Fahrbahn-Markierungen installiert worden, die beim Überfahren Geräusche von sich geben.
Die Vorteile: Das Scheinwerferlicht wird besser reflektiert und Regenwasser fließt besser und schneller ab. Beim Überfahren erzeugen die Markierungen ein Geräusch und sorgen für Vibrationen. Und hier setzt die Kritik der Anlieger an, befürchten sie doch Lärmbelästigungen gerade in den Nachtstunden. „Aufgrund der schmalen Asphaltdecke, des befestigten Seitenstreifens und der großen Zahl der auf dieser Straßen fahrenden Lkw muss davon ausgegangen werden, dass ein Überfahren der Agglomerat-Markierungen durch Fahrzeuge sehr häufig stattfinden wird“, schreiben die Anlieger. Denn die Straße ist lediglich sechs Meter breit, auf beiden Seiten der Straße werden zusätzlich rund 50 Zentimeter mit Beton befestigt.
Die Lärmbelästigung hätten viele Anwohner an Landes- und Kreisstraßen mit eben jenen Markierungen bestätigt, berichtet die Gruppe aus vielen Gesprächen. Daher hatten sie die Unterschriftenaktion gestartet, um „mit Nachdruck auf unsere Ängste hinzuweisen“, so heißt es in der E-Mail der Bürgergruppe, die unserer Redaktion vorliegt. „Wir möchten Sie bitten, auf den Einbau dieser Agglomerat-Markierungen (Rüttelstreifen) zwischen der Hauptstraße in Garrel und der Lethe-Brücke zu verzichten.“
Die Anlieger bemängelt zudem die „unzureichende“ Kommunikation mit der Landesbehörde. Mails seien nicht oder nicht eindeutig beantwortet worden, Aufklärung sei ausgeblieben. Die Anwohner fühlen sich „im Stich gelassen“. Daher hätten sie sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen.
Bei der Agglomerat-Markierung gehe es um die Sichtbarkeit und nicht ums „Aufrütteln“ durch Lärm, klärt Tim Boelmann, Pressesprecher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lingen mit. Weitere Auskünfte könne er zum konkreten Fall nicht geben. Der Vorgang befinde sich in der Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium in Hannover.