Dornum - In einem Putenzuchtbetrieb mit rund 8400 Tieren in der Gemeinde Dornum im Landkreis Aurich wurde die Geflügelpest festgestellt. Die amtlichen Proben wurden im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) positiv auf das hochpathogene aviäre Influenza-Virus des Subtyps H5N1 getestet, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in einem Schreiben mitteilt. Der Landkreis Aurich habe die erforderlichen Schutzmaßnahmen eingerichtet, wozu unter anderem eine drei Kilometer große Sperrzone und eine zehn Kilometer große Überwachungszone gehören. Zudem führt der Kreis derzeit Untersuchungen in Nachbarbetrieben durch. Für die Tiere in dem betroffenen Stall bedeutet der H5N1-Ausbruch, dass sie nun „tierschutzgerecht getötet“ werden gemäß der Vorgaben des EU-Tiergesundheitsrechts. Der Ausbruch ist der erste dieser Art in Niedersachsen seit Juli dieses Jahres.
2021 zuletzt Geflügelpest in Dornum
In Dornum kam es zuletzt 2021 zu einem Ausbruch der Geflügelpest, betroffen war damals ein Putenzuchtbetrieb mit mehr als 10.000 Tieren – auch sie wurden gemäß der Vorgaben allesamt gekeult. Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, ob es sich um denselben Betrieb handelt.
Die jüngsten Geflügelpest-Zwischenfälle in Ostfriesland gab es im Dezember 2023 in einem Entenmastbetrieb in Ardorf, im Oktober 2022 in Großheide und November 2022 in Großefehn. Das Ministerium appelliert an die niedersächsischen Betriebe, die Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt strikt einzuhalten. Tierhalter, die Auffälligkeiten (zum Beispiel vermehrte Todesfälle oder eine verminderte Futter- und Wasseraufnahme) in ihrem Bestand bemerken, sollten sich umgehend beim Veterinäramt melden.
Drei Ausbrüche in diesem Jahr in Niedersachsen
Bisher gab es 2024 drei Ausbrüche der Geflügelpest in niedersächsischen Betrieben: Im Januar wurde die anzeigepflichtige Seuche in einer Hühnerhaltung im Landkreis Emsland und in einer Legehennen-Freilandhaltung im Landkreis Northeim sowie im Juli in einem Legehennen-Betrieb in der Grafschaft Bentheim festgestellt. Bei Wildvögeln wurden der jüngsten Nachweise in Niedersachsen im Oktober bei einem Sturmvogel auf der Insel Baltrum im Landkreis Aurich und im November bei einem Schwan in der Region Hannover festgestellt. Im Jahr 2023 waren insgesamt 17 Betriebe mit rund 220.700 Tieren betroffen.
Doch das Geschehen ist und bleibt dynamisch. Das hochansteckende Influenzavirus zirkuliert inzwischen ganzjährig im Wildvogelbestand und verursacht bei Geflügel die so genannte Vogelgrippe (Geflügelpest). In den Vereinigten Staaten wurde eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus bei Milchkühen festgestellt. Einen Impfstoff gibt es derzeit nicht.