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nordwest-zeitung

Handballer Lukas Mertens aus Wilhelmshaven Mit frischer Nordsee-Energie ins Olympia-Abenteuer

Erfüllt sich einen Kindheitstraum: Lukas Mertens aus Wilhelmshaven spielt mit den deutschen Handballern bei den Olympischen Spielen in Paris.
Olympia 2024

Erfüllt sich einen Kindheitstraum: Lukas Mertens aus Wilhelmshaven spielt mit den deutschen Handballern bei den Olympischen Spielen in Paris.

DPA/Hoppe

Wilhelmshaven/Paris - Mit neuer Kraft durch gute Wilhelmshavener Nordsee-Luft geht Handballer Lukas Mertens topmotiviert ins Olympische Turnier. Der Spielplan hält für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) zwar einige Herausforderungen bereits. Dennoch ist der 28-jährige Linksaußen nach einer langen Saison mit dem SC Magdeburg in vier Wettbewerben und mit drei Titeln heiß auf den hochkarätigen Wettbewerb und hungrig auf weiteren Erfolg.

Diese Nordwest-Asse sind bei den Olympischen Spielen dabei: (oben, von links) Esther Henseleit, Sandra Auffarth, Jannis Maus, Elisa Senß sowie (unten, von links) Lukas Mertens, Henrik Janssen, Lea Meyer und Vivien Endemann

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Mathias Freese
Nordwesten

Großer Kindheitstraum

„Für mich ist das ein ganz, ganz großer Kindheitstraum, der in Erfüllung geht“, sagte der Wilhelmshavener kurz vor dem Testspielsieg der deutschen Handballer gegen Ungarn (33:29) am Freitag, zu dem Mertens sechs Treffer beisteuerte, bevor er nach einem Schlag aufs Gesicht ausgewechselt und in der Kabine behandelt werden musste. Er erholte sich aber schnell davon und traf auch beim 35:25 gegen Japan am Sonntag. „Ich habe alle Olympischen Spiele verfolgt, seit ich mich erinnern kann. Jetzt als Athlet dabei zu sein ist das Allerallergrößte. Ich hoffe, wir können da auch erfolgreich sein.“

Auf das Team von Bundestrainer Alfred Gislason wartet eine wahre Herkulesaufgabe, um das Viertelfinale in Lille zu erreichen, wo auch das Halbfinale und am 11. August das Spiel um Olympia-Gold in der Fußball-Arena des OSC Lille ausgetragen werden. In der Gruppe A geht es an diesem Samstag (19 Uhr) in der Pariser Arena Süd gegen Schweden und dann im Zwei-Tages-Rhythmus gegen Japan, Kroatien, Spanien und Slowenien.

Feierabend. Deutschlands Diskus-Elite mit Henrik Janssen (hinten, Mitte) verabschiedete Martin Wierig (vorn) in den sportlichen Ruhestand.

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Norden

Das Duell gegen die Japaner ist dabei für 9 Uhr morgens angesetzt, das gegen die Kroaten um 11 Uhr vormittags. „Solche Anwurfzeiten hatte ich vielleicht in der C-Jugend“, meinte Mertens schmunzelnd und erklärte: „Wir werden uns da mit dem Medical Staff besprechen, welche Abläufe am besten sind, wenn man so früh ein wichtiges Spiel hat.“ Das sei schon eine Herausforderung, aber: „Ich glaube jeder von uns liebt Herausforderungen, und der werden wir uns bestmöglich stellen.“

Die Vorrunden-Gegner

Das trifft auch auf die Gegner zu. Schweden war 2022 Europameister und ist EM-Dritter, Spanien war in Tokio 2021 Olympia-Dritter und 2023 WM-Dritter, Kroatien schon zweimal Olympiasieger (1996 und 2004). Slowenien war bei der EM Anfang dieses Jahres immerhin Sechster. „Wir wissen, dass das sehr, sehr starke Gegner sind. Das Olympia-Turnier ist eines der schwersten Turniere, wie bei EM und WM musst du bei jedem Spiel zu 100 Prozent da sein“, erklärte Mertens, für den es die Olympia-Premiere ist. Sein Nationalmannschafts-Debüt hatte er drei Monate nach den Spielen von Tokio im November 2021 gefeiert. Trotzdem bleibt der 28-Jährige cool: „Am Ende ist es auch nur ein Handballspiel, also machen wir ganz normal unsere Routinen und schauen, was dabei herauskommt.“

Meerluft zum Abschalten

Der Wilhelmshavener weiß auch um die Stärke des deutschen Teams, den aktuellen EM-Vierten. Bei Olympia gab es 1984 und 2004 Silber für die deutschen Männer und 2016 Bronze. 2021 sprang der fünfte Platz heraus. „Die anderen müssen sich auch auf uns vorbereiten“, betonte Mertens.

Eine Medaille ist das Ziel, der Olympiasieg nicht unmöglich. Für Mertens wäre es die Krönung eines erfolgreichen Jahres: Mit Magdeburg wurde er im Winter Weltpokalsieger und zum Saisonende Meister und Pokal-Sieger. In der Champions League stand das Team im Finalturnier, wurde aber nur Vierter. „Ich war nach dem Final Four leer, weil das nicht so erfolgreich war, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Mertens. Mit Blick auf die anderen drei Titel sei das aber eine der besten Saisons seiner Laufbahn gewesen.

Sind ab sofort unter der Regie von Coach Arek Blacha (Mitte) gemeinsam für die HSG Varel am Ball: die Neuzugänge Michael Leon Williams Junior, Luca de Boer, Tobias Schwolow und Noah Duris

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Christoph Koopmeiners
Halen

Diese Erkenntnis half beim Auftanken für die Olympia-Mission – wie auch der Heimaturlaub an der Nordsee: „Ich sage es ja immer wieder gerne, die Meerluft bringt mich immer ein bisschen runter“, sagte Mertens, der ein paar Tage bei seiner Familie in Wilhelmshaven war und dort „abschalten“ konnte. Wenn auch nur kurz: „Ich habe zwar weniger Urlaub als andere Spieler – aber das nimmt man gerne in Kauf, wenn man ein Olympia-Turnier spielt.“

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion
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