Oldenburg - Mit dem sensationellen Titelgewinn in der JBBL und der Finalteilnahme in der NBBL sorgten die U-16- und U-19-Junioren der Baskets Juniors im Mai mit Talenten aus der ganzen Region für den größten Erfolg eines Oldenburger Nachwuchsprogramms. In vielleicht nicht ganz so ferner Zukunft könnten es sogar drei Basketball-Teams von hier sein, die zu einem gemeinsamen Final-Four-Wochenende aufbrechen. Mit einem großen Bündnis aus dem ganzen Nordwesten will der Oldenburger TB im U-18-Mädchen-Sektor den Sprung in die WNBL schaffen, deren Finalturnier vor fünf Wochen ebenfalls in Berlin und erstmals parallel mit den Duellen im Junioren-Bereich stattfand.
Die Vereine
„Die Stimmung ist sehr gut. Alle wollen den Mädchen-Basketball entwickeln“, blickt Jennifer Riemel vom Oldenburger Förderverein MBO als Gastgeberin äußerst zufrieden auf eine Kickoff-Veranstaltung in der Sporthalle am Haarenufer mit Trainern und Verantwortlichen der beteiligten Vereine sowie insgesamt 26 Spielerinnen zurück. Neben dem Turnerbund sind Fortuna Logabirum, MTV Aurich, TuS Augustfehn, SV Brake, BTS Neustadt Bremen und BG Bierden-Bassen-Achim mit im Boot.
Die Idee
„Angefangen hat alles bei der Jahreshauptversammlung des MBO im Frühjahr“, erzählt Sebastian Brunnert, OTB-Trainer und Koordinator des neuen Projekts. Beim Vergleich der Strukturen und Spielergebnisse aller Vereine in Niedersachsen sei festgestellt worden, dass man sich inzwischen zur drittgrößten Kraft in Niedersachsen entwickelt habe. „Zu den Zentren Braunschweig und Osnabrück hat man noch nicht ganz aufgeschlossen“, erläutert Brunnert: „Der große Unterschied ist, dass dort Teams in der Mädchen-Bundesliga WNBL spielen.“ Aus dieser Feststellung entstand der Entschluss, ebenfalls ein solches Team in der Region aufzubauen.
20 Spielerinnen bilden den ersten Kader der neuen Nordwest-Auswahl: Mia Fittje (Brake), Maria Witte, Belinay Özdemir (beide Bremen), Svea Cordes (Augustfehn), Josephine Paulsen, Lea-Marie Schulenberg (beide Bierden-Bassen-Achim), Deike Hesse, Ceyda Colak, Morlin Bock (alle Logabirum), Sina Onken, Lotte Bothe, Alicia Mendes, Lilu Doms, Paula Thüner, Anna Thomschke, Helena Stange, Talya Das, Marla Hombert, Mia Blumhoff (alle OTB).
Das Trainerteam führt Macklly Stein (Logabirum). Ihm und Assistenzcoach Moritz Poser (OTB) stehen die ebenfalls beim Turnerbund aktiven Tuula Kahl und Maurice Mutuyimana zur Seite.
Ein Gremium mit acht Mitgliedern organisiert das Projekt. Auch die Sponsorensuche trägt Früchte. „Wir sind der Oldenburger Volksbank sehr dankbar, dass sie uns so schnell eine Zusage zur Förderung des Projekts gegeben hat, ohne als Sponsor auftreten zu wollen, so dass wir bereits erste Ausgaben tätigen können“, erklärt Koordinator Sebastian Brunnert: „So können wir uneingeschränkt weitere Sponsoren suchen, die sich an dieser Form des sportlichen ,Female Empowerment’ beteiligen möchten.“
Die Resonanz
„Die Resonanz im Oldenburger Umfeld und bei den kontaktierten Vereinen war sehr positiv“, betont Brunnert. „Wir konnten feststellen, dass wir sehr viele gute Talente in unserer Region haben. Alle waren mit Begeisterung und Ehrgeiz bei der Sache“, sagt Macklly Stein (Fortuna Logabirum) im Rückblick auf das Kickoff-Treffen in der Sporthalle am Haarenufer. Er übernimmt die neue, mit jetzt 20 Spielerinnen besetzte Nordwest-Mannschaft als Cheftrainer: „Es war gar nicht so leicht, einen Kader auszuwählen. Alle Vereine hatten gute Spielerinnen präsentiert.“
Die Qualifikation
Für die Talente, die es im ersten Anlauf nicht geschafft haben, ist die Tür aber nicht zu. „Sobald sich Möglichkeiten ergeben, sollen immer wieder Mädchen die Chance erhalten, sich mit der Mannschaft zusammen zu entwickeln“, sagt Brunnert: „Die Mannschaft soll langsam aufgebaut werden.“ In der ersten Saison starte das Team in der Frauen-Landesliga, „um sich zusammenzufinden und die nötige Spielhärte zu bekommen“. Dazu seien diverse Trainingslager und Turnierstarts geplant, ehe es im Frühsommer 2025 zum WNBL-Qualifikationsturnier geht. „Sollte dort der Sprung in die Eliteliga nicht gelingen, werden Jahr für Jahr weitere Anläufe unternommen“, betont Brunnert und ergänzt: „Möglicherweise braucht es einen langen Atem.“