Wardenburg/Gold Coast - Großer Erfolg für Sven Heinemann (30): Bei den Weltmeisterschaften der International Life Saving Federation (ILS) in Australien hat er den 1. Platz belegt. Er siegte in der Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen in der Kategorie 100 Meter Retten einer Puppe mit Flossen. Der Wardenburger setzte sich gegen elf Konkurrenten im Schwimmzentrum der Stadt Gold Coast durch. Neben dem Weltmeistertitel gelang ihm außerdem ein 2. Platz (Disziplin Lifesaver) und ein 3. Platz (50 Meter Retten einer Puppe).
Ebenfalls eine starke Leistung zeigte seine Schwester Dina (28) in der offenen Altersklasse (19 bis 29 Jahre). Sowohl in der Disziplin 100m Lifesaver als auch auf der 200-Meter-Hindernis-Strecke landete sie mit persönlichen Bestzeiten in einem 120 Starter starken Feld auf dem 23. Rang.
Intensives Training
Das Geschwisterpaar hatte sich wie auch Vereinskameradin Hannah Krauss aus Elisabethfehn im Vorfeld auf Wettbewerben in Deutschland für den Start in Übersee qualifiziert. Obwohl beide berufstätig sind, Sven Heinemann in der IT-Branche, Dina Heinemann ist Beamtin, trainieren sie auf professionellem Niveau. „Acht bis neunmal in der Woche sind wir im Wasser oder im Kraftraum“, erzählt der Weltmeister. Wettkämpfe in Deutschland absolvieren die Geschwister mittlerweile für die DLRG Hagen im Bremischen.
Dina und Sven Heinemann kommen beide aus dem Schwimmsport und waren in Jugendjahren Mitglieder des Wardenburger Schwimmclubs. Ironie der Geschichte: Wegen des hohen Trainingsaufwands im Leistungssport wechselten sie dann zur DLRG, „mittlerweile trainieren wir aber hier mehr als zuvor“, so der 30-Jährige.
Keine Sponsoren
Das Krafttraining absolvieren Dina und Sven Heinemann regelmäßig bei Viva Fitness in Wardenburg nach individuell abgestimmten Trainingsplänen. Für das Training im Wasser fahren die Beiden während der Freibadsaison nach Kirchhatten, Ganderkesee und Wildeshausen. In der Wintersaison bieten vor allem die Hallenbäder in der Kreisstadt, in Bremerhaven und Oldenburg wichtige Trainingsmöglichkeiten, während der normalen Badezeiten. „Wir sind sehr dankbar, dass uns die Mitarbeiter das ermöglichen.“
In ihrem Heimatort Wardenburg selbst ist für längere Zeit kein Training möglich, weil das Hallenbad am Everkamp wegen Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis Ende 2025 gesperrt ist. Auch finanzielle Unterstützung durch Sponsoren oder den Verein gebe es leider nicht, weder für neue Schwimmanzüge, noch freien Eintritt in die Bäder, erzählen die DLRG-Sportler. Dabei kosten die für Wettkämpfe notwendigen Karbonanzüge und Flossen bis zu 600 Euro. Die DLRG übernahm lediglich das Startgeld in Höhe von 70 Euro. Die Reise nach Australien finanzierte das Geschwisterpaar selbst und kombinierte den Aufenthalt mit einem gemeinsamen Urlaub mit ihren Eltern und Dinas Freund Sebastian.
Wettbewerbe folgen
Goald Coast, südlich von Brisbane an der Südostküste gelegen, gilt klimatisch als das Miami Australiens. Das Goald Coast Aquatic Centre bietet mit drei jeweils 50 Meter langen Becken über ideale Trainings- und Wettkampfvoraussetzungen.
In 2024 stehen für Dina und Sven Heinemann noch drei Wettbewerbe auf dem Programm: die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Hannover (31. Oktober bis 4. November), der Deutschlandpokal in Warendorf (21. bis 23. November) und im Team Niedersachsen der Orange Cup in den Niederlanden (7. und 8. Dezember).