Stephan Weil bleibt unangefochten die Nummer 1 der Niedersachsen-SPD. Zehn Gegenstimmen bei der Wahl zum Landesvorsitzenden? Geschenkt. Kritik am Kurs wird ohnehin nicht laut. Weil kennt die Gefühlslage seiner Partei wie kein zweiter. Und die hadert derzeit mit dem Erstarken des Rechtspopulismus und -extremismus. Weil redet Klartext: Die SPD solle sich nicht allein in den Parlamenten an der AfD abarbeiten, sondern Politik stärker „aus der Brille des Bürgers“ betrachten. Er spricht Wahrheiten aus, die mancher in der Berliner Ampel nicht hören mag: Habecks Heizungsgesetz ist Murks. Und er hält Linie – siehe A13 für die Lehrkräfte.

Glückwünsche nach der Wiederwahl: Stephan Weil (Mitte) wird beim Parteitag in Aurich von Hanne Modder umarmt.

PARTEITAG IN AURICH Weil weiterhin an Spitze der Niedersachsen-SPD

Stefan Idel Aurich

Da Weil bei der Landtagswahl 2027 nicht wieder antreten will, dürfte nun auch seine letzte zweijährige Amtszeit als SPD-Landesvorsitzender angebrochen sein. Eine potenzielle Nachfolgerin oder Nachfolger brauchen das wichtige Parteiamt, um gestärkt in den Wahlkampf ziehen zu können. Wirtschaftsminister Olaf Lies steht als „Kronprinz“ parat. Das fulminante Wahlergebnis als „Vize“ bringt ihn in die Pole-Position. Aber in vier Jahren kann noch viel passieren.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent