Garrel/Bremen - Der Fußball-Bundesligist hatte die „volle Kapelle“ angekündigt, und als die 2800 Zuschauer im ausverkauften Stadion des BV Garrel am Mittwochabend die Namen der Werder-Startelf hörten, klangen sie tatsächlich wie Musik in ihren Ohren: Ob nun Michael Zetterer im Tor oder auch auf dem Feld Marco Friedl, Felix Agu, Nick Woltemade und Marvin Ducksch – die Grün-Weißen hatten für das Freundschaftsspiel bei dem Landesligisten nicht zu viel versprochen. So endete das Spiel dann auch mit einem deutlichen 8:0 (5:0)-Sieg des turmhohen Favoriten. Aber das war Nebensache: Die vielen Familien im Stadion freuten sich über ein Fußballfest mit toller Stimmung und einen nahbaren Bundesligisten.
Nicht immer ganz nah dran an ihren Gegenspielern konnten derweil wie erwartet die Garreler sein, die in der sechstklassigen Landesliga wie Werder in der Abschlusstabelle des Oberhauses Platz neun belegen. Immer mal wieder entwischten ihnen die Gäste, die Senne Lynen in der achten Minute mit einem Distanzschuss nach einem Eckball in Führung brachte.
Nationalspieler trifft
Aber der BVG wehrte sich gegen Werder: Trainer Steffen Bury, der früher für Darmstadt 98 und in der ersten Liga Österreichs gespielt hatte, sah ein starkes Stellungsspiel seiner Mannschaft. Doch Werder nutzte seine Chancen eiskalt: Dawid Kownacki erhöhte in der zehnten Minute, und acht Minuten später traf auch der deutsche Nationalspieler Ducksch ins Garreler Gastgeber-Gehäuse.
Etwas Leerlauf
Nach etwas Leerlauf wurde Ducksch dann zum Vorbereiter für Woltemade, der zum 4:0 für Werder einköpfte (35.), und anschließend erneut selbst zum Torschützen (42.). Aber auch die Garreler waren durchaus gefährlich geworden: Marcel Meyer und Patrick Looschen hatten den Werder-Kasten mit Fernschüssen knapp verfehlt.
Junge Spieler dabei
In Hälfte zwei waren vermehrt Reservisten und jüngere Spieler der Grün-Weißen, bei denen dann doch der im Landkreis Cloppenburg aufgewachsene Christian Groß fehlte, auf dem Feld. Werder-Coach Ole Werner nutzte die Chance, sich einige Talente anzusehen. Die taten sich mit den Garrelern auch deutlich schwerer als zunächst die Stammspieler. Der BVG verteidigte gut, so dass in der ersten Hälfte der zweiten 45 Minuten nur ein Tor der Bremer hinzukam. Bosley Ade machte in der 64. Minute das halbe Dutzend voll.
BV Garrel wird mutiger
Der BVG suchte immer öfter selbst den Weg nach vorne und kombinierte sich das eine oder andere Mal gut durchs Mittelfeld. 20 Minuten vor dem Ende waren die Gastgeber tatsächlich ebenbürtig.
Das gefiel auf der Tribüne nicht nur dem Garreler Bürgermeister Thomas Höffmann, sondern auch dem ehemaligen Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Eugen Gehlenborg. Aber auch bei Werder war man zufrieden: „Leiter Profifußball“ Clemens Fritz lobte die Gastgeber für eine „sehr gut aufgestellte Veranstaltung“.
Geduldige Spieler
Und während viele Werder-Spieler schon geduldig am Rande Autogramme gaben und sich für Fotos bereitstellten, setzte Bury alle seine fitten Spieler ein, um sie an dem großen Erlebnis teilhaben zu lassen. Und beinahe hätte André Ording auf 1:6 verkürzt. Stattdessen zeigten sich die Grün-Weißen weiter kaltschnäuzig. Salim Moussa (78.) und der 19-jährige Isak Hansen-Aarøen mit einem feinen Heber (80.) hoben die Werder-Führung auf acht Tore. Dabei blieb es dann aber auch, wobei die acht Gegentore nicht überdecken konnten, dass sich der BV Garrel achtbar geschlagen hatte.