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nordwest-zeitung

Deutsche Meisterschaften in Berlin Carlotta Ingenerf schwimmt mit Staffel zu Bronze

Gewannen Bronze als Staffel: Anisa Sabovic (von links), Mara Brandes, Victoria Suchantke und Carlotta Ingenerf

Gewannen Bronze als Staffel: Anisa Sabovic (von links), Mara Brandes, Victoria Suchantke und Carlotta Ingenerf

Patrick Wallbaum

Berlin/Wardenburg - „Ich denke, wir haben das Maximum rausgeholt!“ Auch die Nachbetrachtung der 135. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen fiel bei Carlotta Ingenerf sehr positiv aus. Die 18-Jährige, die bis zum vergangenen Jahr noch für den Wardenburger SC startete, gewann in Berlin am Wochenende mit der Staffel der Wassersportfreunde 98 Hannover ihre erste Medaille bei einer offenen Meisterschaft. „Das war definitiv etwas Besonderes“, strahlte die gebürtige Oldenburgerin.

Der Wettkampf

Die 135. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen, die gleichzeitig als Olympia-Qualifikation dienten, fanden in Europas größter Schwimmsporthalle – der SSE im Europasportpark – in Berlin statt. 146 Vereine hatten insgesamt 257 Frauen und 279 Männer für die offenen Meisterschaften gemeldet. Carlotta Ingenerf war die einzige Teilnehmerin aus dem Oldenburger Land. Seit gut einem Jahr trainiert sie in Hannover am dortigen Olympiastützpunkt unter Landestrainer Emil Guliyev. Zu ihrer Trainingsgruppe gehört unter anderem Langstreckler Sven Schwarz, der sich in Berlin als erster niedersächsischer Schwimmer seit 2008 für olympische Spiele qualifizieren konnte. Derweil musste Ingenerfs ehemaliger Wardenburger Vereinskamerad Christopher Weidner, der inzwischen die Sportschule in Potsdam besucht, seine drei DM-Start in den Brustdisziplinen krankheitsbedingt absagen.

Die Lagenstaffel

Am zweiten Tag der viertägigen Veranstaltung war der Jubel bei Carlotta Ingenerf und ihrer Hannoveraner Staffel besonders groß. Über 4x100 Meter Lagen gewann das Quartett, zu dem auch Anisa Sabovic (Schmetterling), Mara Brandes (Freistil) und Victoria Suchantke (Brust) zählten, die Bronzemedaille. Ingenerf war direkt Startschwimmerin – und stellte über die 100 m Rücken in 1:07,04 Minuten sogar eine persönliche Bestzeit auf. Am Ende musste sich die Staffel der W98 Hannover in der Gesamtzeit von 4:23,59 nur dem SV Halle/Saale (4:18,26) und der SG Frankfurt (4:21,84) geschlagen geben. „Im Vorfeld hatten wir uns schon eine Medaille als Ziel gesetzt, mehr als Bronze war dann aber tatsächlich nicht drin. Von daher sind wir total zufrieden“, kommentierte die 18-Jährige das Ergebnis.

Carlotta Ingenerf, hier beim Wettkampf in den Niederlanden, hat ihre erste Medaille bei einer offenen Deutschen Meisterschaft gewonnen.

Carlotta Ingenerf, hier beim Wettkampf in den Niederlanden, hat ihre erste Medaille bei einer offenen Deutschen Meisterschaft gewonnen.

Die Einzelstarts

Auch in den Einzelrennen schlug sich die ehemalige WSClerin sehr erfolgreich. So gelang es ihr, sich bei allen drei Vorlauf-Starts für die Finalläufe der offenen Klasse zu qualifizieren. Besonders hervorzuheben war dabei ihre Leistung in ihrer Paradedisziplin: Über 400 m Lagen schaffte sie sogar den Sprung ins A-Finale. Von Bahn acht aus ging Ingenerf das Rennen sehr schnell an, spielte ihre Stärke über die Schmetterling- und Rückendistanz aus und lag nach der halben Distanz auf einem starken zweiten Platz. Diesen konnte sie aber erwartungsgemäß nicht bis zum Ende halten – doch auch der siebte Platz in starken 4:55,82 Minuten war mehr als beachtlich. Ihre Zeit war nur knapp langsamer als 14 Tage zuvor. Da hatte sie in Eindhoven einen neuen Landesrekord der Juniorinnen aufgestellt und ihre Bestzeit um mehr als vier Sekunden gesteigert (4:53,20).

Über die 200 m Lagen und 200 m Rücken schwamm sie in Berlin jeweils das B-Finale und belegte die Plätze drei und fünf.

Das DM-Fazit

Insgesamt fiel ihr DM-Fazit absolut positiv aus. „Es macht definitiv Spaß, bei den Großen mitzuschwimmen und neue Erfahrungen zu sammeln. Die Stimmung war mega, mit meiner eigenen Leistungen bin ich zufrieden. Und natürlich war es schön zu sehen, dass ich mit der deutschen Spitze mithalten kann“, resümierte Carlotta Ingenerf. In vier Wochen stehen die deutschen Jahrgangmeisterschaften als nächste Herausforderung für sie an. Auch dort dürfte die Sportlerin des Jahres 2019 aus dem Landkreis gute Medaillenchancen haben.

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)
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