Wilhelmshaven - Das Mehrzweckschiff „Mellum“ des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Wilhelmshaven ist auf der Jade und in der Deutschen Bucht eines der bekanntesten Behördenschiffe. 1984 gebaut, hat es inzwischen 40 Dienstjahre auf dem Buckel und das bei Einsatzbereitschaft Tag für Tag, rund um die Uhr. Jetzt wurde das Nachfolgeschiff, welches wiederum „Mellum“ heißt, in Klaipėda (Litauen) zu Wasser gelassen. Im kommenden Jahr soll es dem WSA zur Verfügung stehen. Der Bund investiert mit dem Bau drei neuer Schiffe insgesamt 600 Millionen Euro in die maritime Sicherheit.
Die Aktionsbereiche der „Mellum“ erstrecken sich nicht nur auf die Seeschifffahrtsstraße Jade und die Schifffahrtswege innerhalb des Amtsbezirkes des WSA Weser-Jade-Nordsee, sondern auf weitere Gebiete der Deutschen Bucht und darüber hinaus. Auch in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (Hohe See) einschließlich des deutschen Festlandsockelbereiches bis hin zum sog. „Entenschnabel“ ist die „Mellum“ unterwegs. Aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen mit Dänemark und den Niederlanden kann das Mehrzweckschiff auch im internationalen Bereich zur Schadstoffunfallbekämpfung angefordert werden. Die Gewässerschutzschiffe haben sich bereits in einer Vielzahl von Einsätzen bewährt. Darüber hinaus hat die Präsenz dieser Schiffe einen positiven Einfluss auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Als integraler Bestandteil des Sicherheitskonzeptes Deutscher Küste sind sie wegen ihrer Fähigkeit, Aufgaben auch interdisziplinär zu lösen, unverzichtbar, betont das WSA Jade-Weser-Nordsee.
Endausbau in Lemwerder
Der Stapellauf war durchaus ungewöhnlich, denn der fertige Kasko des neuen Schiffes wurde von einem Ponton aus vorsichtig abgelassen, bis er selbstständig aufschwamm. Die „Mellum“ (2) ist das zweite von insgesamt drei neuen Mehrzweckschiffen, die auf der Western Baltija Schiffswerft in Klaipėda gebaut werden. Das erste neue Mehrzweckschiff, die „Scharhörn“, ist bereits im Juli 2023 auf gleiche Weise zu Wasser gelassen und kurz darauf nach Deutschland gebracht worden. In den kommenden Tagen wird auch die „Mellum“ mit Schleppern über die Ostsee gezogen und in Deutschland auf der Schiffswerft von Abeking & Rasmussen (A&R) in Lemwerder an der Unterweser endausgebaut. Der Kasko hat noch keinen eigenen Antrieb, weshalb er geschleppt wird. Am Sitz der Werft wird später die Hauptmaschine eingebaut, der mit umweltschonendem Flüssiggas (LNG) läuft. Der Neubau ist rund 25 Meter länger und fünf Meter breiter als die noch in Dienst stehende Vorgängerin von 1984 und in allem insgesamt deutlich leistungsstärker.
Die Mehrzweckschiffe der Küstenwache mit den Bundesfarben am Rumpf gehören auf Nord- und Ostsee zum gewohnten Bild. Der Bau des 105 Meter langen Spezialschiffs erfolgte bei Western Baltija Shipbuilding, einem Subunternehmen von A&R aus Lemwerder. Wie beim Typschiff, der bereits im letzten Jahr eingewasserten „Scharhörn“, wird die Endausrüstung der „Mellum” ebenfalls am Hauptstandort von A&R in Deutschland erfolgen. Die Aufgaben werden denen des noch aktiven Mehrzweckschiffs gleichen: Notschleppen bei Havarien in der Deutschen Bucht, Tonnenlegen oder Löschen von Schiffsbränden oder Ölverschmutzungen.
Modernisierte Flotte
Die neue „Mellum“ soll im kommenden Jahr einsatzbereit sein. Im darauffolgenden Jahr 2026 wird mit der „Neuwerk“ die Modernisierung der Flotte abgeschlossen. Auch das dritte Mehrzweckschiff befindet es sich ebenfalls in Klaipėda im Bau. Der Neubau ist rund 25 Meter länger und fünf Meter breiter als die noch in Dienst stehende Vorgängerin von 1984 und in allem deutlich leistungsstärker. Das aktuelle Schiff ist 85 Meter lang und 15 Meter breit und wurde mehrfach umgebaut und modernisiert. Die „Mellum“ war sogar als Eisbrecher in der Ostsee im Einsatz. Regelmäßig steht das Schiff in Kontakt mit dem Gemeinsamen Lagezentrum See (GLZ) in Cuxhaven. Zusammen mit weiteren Schiffen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, der Bundespolizei, des Zolls, der Fischereiaufsicht und der Wasserschutzpolizei gehört das Mehrzweckschiff „Mellum“ damit zum Verband der im Bedarfsfall von der Küstenwache eingesetzten Flotte von Behördenschiffen.