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nordwest-zeitung

Bahnverkehr in der Krise Hitzige Diskussion über den Personennahverkehr

Dietmar Bökhaus
Wird Wilhelmshaven vom Bahnverkehr abgehängt?

Wird Wilhelmshaven vom Bahnverkehr abgehängt?

Dietmar Bökhaus

Wilhelmshaven - Die Verkehrsregion-Nahverkehr Ems-Jade (VEJ) hat Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu einer Besprechung mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und Vertretern des Zugherstellers Alstom eingeladen. Die aktuelle Situation wie auch die Planungen für den Schienenpersonennahverkehr für die Region Wilhelmshaven/ Friesland/ Wittmund sollte besprochen werden. Es wurde eine hitzige Diskussionsrunde. So haben Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos), Frieslands Landrat Sven Ambrosy und Wittmunds Landrat Holger Heymann (beide SPD) mit deutlichen Worten am vergangenen Mittwoch im Ratssaal des Wilhelmshavener Rathauses klar zur Sprache gebracht, dass es die Menschen in der Region leid sind, beim Thema Bahn weiterhin abgehängt zu werden.

Erneute Verzögerungen

Die Vertreter von Alstom haben gegenüber der LNVG erneute Verzögerungen für die Lieferung neuer Doppelstockzüge für das sogenannte Expresskreuz Bremen/Niedersachsen eingeräumt. Sie mussten schwere Kritik einstecken. Durch die Verzögerung verschiebt sich auch einmal mehr die geplante Direktverbindung von Wilhelmshaven nach Hannover, nun auf 2027, was die mittlerweile vierte Verzögerung ist. Carsten Feist forderte im Namen der Region die Akteure von Alstom auf, schnelle Zwischenlösungen mit gebrauchten Ersatzzügen an den Start zu bringen. „Unser Vertrauen in die Akteure ist massiv geschädigt“, sagte Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) in seinem Statement. Es glaubt bald niemandem mehr, dass es im Nahverkehr einmal besser werde, so Feist weiter.

Lösungen gefordert

„Wir erwarten keine Versprechungen, sondern konkrete Lösungen“, sagte er unter dem Beifall der anwesenden Regionsvertreter, unter ihnen der friesische Landrat Sven Ambrosy, der befürchtet, dass die Region erneut als Letzte zum Zug kommen wird. Er stellte die Forderung, die Zugverbindung von Sande bis nach Esens vorrangig mit akkubetriebenen Triebwagen auszustatten. Von der LNVG forderten die Vertreter Wilhelmshavens, Frieslands und Wittmund, die Region bei allen Planungen für den Personenschienenverkehr ganz nach oben auf die Prioritätenliste zu setzen. So müssen die Verspätungen bei Zügen in der Region ab 2025 unter dem Bundesdurchschnitt liegen und Zugverspätungen müssten besser kommuniziert werden. „Es muss doch möglich sein, in der heutigen Zeit, in Echtzeit über Verspätungen und Zugausfälle zu informieren. Dafür müsse die LNVG die nötigen Mittel zur Verfügung stellen“, sagte Carsten Feist.

Ersatzfahrzeuge

Themen wie Zugausfälle, Pünktlichkeit und Fahrgastzahlen, eine zusätzliche Teilelektrifizierung in Sande für die frühzeitige Realisierung batteriebetriebene Züge auf der Strecke RB59 von Wilhelmshaven nach Esens und die Forderung an das Unternehmen Alstom, schnellstens Ersatzfahrzeuge anzumieten, um Lieferverzögerungen abzufedern, waren die Forderungen, die die Regionsvertreter auf den Tisch legten. Joachim Ebinger, Bereichsleiter Angebot beim LNVG, wollte den Vorwurf, die Region werde systematisch abgehängt aber so nicht stehen lassen. Er hob indes hervor, was alles getan wurde und bald an den Start geht. „Die Verbindung von Bremen über Oldenburg (RS 3) wird ab dem 20. Dezember stündlich in den Hauptverkehrszeiten direkt nach Wilhelmshaven fahren. Hier hatte es zuletzt Verzögerungen wegen der Baustelle „Alexanderstraße“ in Oldenburg gegeben“, so der Bereichsleiter.

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