Vechta - Künstliche Intelligenz ist in vielen Branchen fast schon nicht mehr wegzudenken – auch im Profisport. Basketball-Bundesligist Rasta Vechta nutzt eine KI-Software des Herstellers SAP. „Mehr oder weniger für das ganze Vereinsmanagement“, erklärt Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele. Die Trainings- und Kommunikationssteuerung der Profi- und Jugendteams, die individuelle Trainingssteuerung, auch im Scouting wird KI eingesetzt.
„Die KI ermöglicht, umfangreiche Daten schnell zu analysieren und schnell fundierte Erkenntnisse zu gewinnen“, erklärte jüngst Fadi Naoum von der Firma SAP auf der Sportbusiness-Messe Spobis in einer Runde zum Thema, bei der auch Kersten-Thiele zu den Teilnehmern gehörte. Um das zu verdeutlichen: SAP hat 790 Wettbewerbe mit 600 000 Spielern und Spielerinnen in den Datenbanken. Das macht fast zwei Millionen Scouting-Ereignisse.
Die KI (in diesem Fall ChatGPT) kann daraus Zusammenfassungen schreiben – in verschiedenen Sprachstilen – und Noten geben. Oder bei einer Entscheidung zwischen zwei Spielern Empfehlungen geben, mit Begründung. Das kann so schnell kein Mensch bewerkstelligen. Aber auch Positionsdaten kann KI auswerten – zumindest im Fußball. Im Basketball fehlen diese „Trackingdaten“ noch, bestätigt auch Professor Daniel Memmert von der Sporthochschule Köln: „Wir arbeiten an Metriken, die auch im Basketball mehr Daten zur Verfügung stellen.“
Auch Kersten-Thiele hofft darauf, dass dieses „Datenproblem“ gelöst wird. Für Rasta Vechta ist das Programm von SAP aber bereits jetzt eine große Hilfe, weil der Club – wie viele andere in der Basketball-Bundesliga – in dem Bereich an Grenzen stoßen, was die Ressourcen angeht.