Oldenburg/Hannover - Da war mehr drin: Der VfB Oldenburg hat den Sieg gegen Tabellenführer Hannover 96 II verpasst. Das Team von Trainer Fuat Kilic führt am Sonntag im Eilenriedestadion in der Landeshauptstadt lange verdient mit 1:0, vergab aber danach einige hochkarätige Chancen und musste schließlich mit einem 1:1 leben. Rafael Brand traf nach 14 Minuten für die Oldenburger und musste in der 81. Minute ausgewechselt werden, weil er bei einem Zweikampf etwas abbekommen hatte. Hannovers Muhammed Damar erzielte den Ausgleich in der 73. Minute.

Michael Weinberg (rechts) mit Sportredakteur Lars Blancke

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Kilic startete in Hannover erneut ohne Max Wegner und Markus Ziereis – letzterer, vor einer Woche noch als Einwechselspieler Torschütze beim 3:3 gegen Spelle-Venhaus, stand nicht einmal im Kader. Im Vergleich zum schwachen Remis gegen die Emsländer nahm Kilic zwei Änderungen vor: Statt Leon Deichmann rückte Noah Plume in die Startelf und statt Elsamed Ramaj begann Aurel Loubongo.

In den ersten Minuten zogen eher die Gastgeber ihr Spiel auf und prüften Jhonny Peitzmeier in der sechsten Minute das erste Mal. Einen Schlenzer von der Strafraumecke parierte der VfB-Keeper aber glänzend. Nach zehn Minuten die erste größere Oldenburger Chance: Auch den Kopfball nach einer Flanke von links konnte Hannover-Torwart Leon-Oumar Wechsel aber ebenfalls parieren. Nur zwei Minuten später kombinierte sich der VfB in der Mitte durch und mit etwas Glück rollte Ball Kamer Krasniqi vor die Füße, er konnte Chance allein vor Wechsel aber aus kurzer Distanz nicht verwerten.

Spielbericht
Leitete mit seinem 1:2 in Halbzeit zwei die Aufholjagd des VfB Oldenburg ein: Rafael Brand (blaues Trikot), hier in einer anderen Szene gegen Spelles Keeper Mattis Niemann

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Der VfB übernahm vor 540 Zuschauenden jetzt mehr und mehr das Spielgeschehen, störte die Gastgeber früh, eroberte immer wieder schnell den Ball und spielte sich Möglichkeiten heraus. Folgerichtig war dann das frühe Führungstor: Brand (14.) wurde freigespielt und traf mit einem platzierten, strammen Schuss zum 1:0.

Und der VfB drückte weiter. Einen weiteren Schuss von Brand konnte Wechsel nur wegfausten (20.), einen Kopfball von Noah Plume aus kurzer Distanz nur zur Ecke klären. Nach dieser hatte Aurel Loubongo das 2:0 auf dem Fuß, auch seinen Schuss aus acht Metern konnte Wechsel aber klären.

Die Gastgeber blieben vor der Pause weitgehend chancenlos, ein Schuss in der 38. Minute wird abgefälscht. Das ist eher ungewöhnlich, Hannover 96 II überzeugte in dieser Saison vor allem durch seine starke Offensive: In 29 Spielen hatte das Team 75 Tore erzielt. Der Top-Torschütze aber war gegen Oldenburg nicht mehr dabei: Lars Gindorf hatte kürzlich einen Profivertrag erhalten und feierte am Sonntag sein Startelf-Debüt für das Zweitliga-Team im Heimspiel gegen den FC St. Pauli.

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Auch nach der Pause wollte der VfB das 2:0 nachlegen. Nach weniger als einer Minute hatte Nico Knystock die Chance, richtig gefährlich war sein Schuss aber nicht. Kurz darauf tauchte Linus Schäfer allein vor dem 96-Tor auf, die Situation wurde dann relativ spät wegen seiner Abseitsposition abgepfiffen. Weil Schäfer den Ball wegschoss, bekam er dann auch noch die Gelbe Karte – sehr zum Missfallen der Oldenburger Fans und der VfB-Bank.

Der VfB trat weiter engagiert auf, das Spiel war aber nun kämpferischer und unansehnlicher, es gab deutlich weniger Torchancen als in der ersten Halbzeit. Die Gastgeber waren weiter wenig im Ballbesitz – doch das änderte sich. In der 68. Minute kam Antonio Foti nach einer etwas wuseligen Situation im Strafraum zum Schuss, ein Oldenburger Bein war aber dazwischen.

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In der Folge spielte Hannover auf einmal deutlich druckvoller – und es dauerte nicht lange bis zum Ausgleich. Damar kam nach einem Pass von rechts frei zum Schuss und ließ Peitzmeier keine Chance.

Hannover kam noch zu weiteren Chancen, aber nicht mehr zu weiteren Toren. In der letzten Viertelstunde bemühten sich beide Mannschaften, das Spiel zu gewinnen. Zu ganz gefährlichen Möglichkeiten kam es aber nicht mehr. Auch die Einwechslungen von Wegner (für den angeschlagenen Brand), Elsamed Ramaj (für Schäfer) und Leon Deichmann (für Krasniqi) brachten keinen Effekt mehr.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion