Oldenburg - Mit den Beinen im Emsland, mit den Köpfen in der Weser-Ems-Halle: Auf den VfB Oldenburg wartet die spannendste Entscheidung der jüngeren Vereinsgeschichte. Sie fällt allerdings nicht an diesem Samstag (14.30 Uhr) im sportlich recht bedeutungslosen Auswärtsspiel der Regionalliga Nord beim Tabellenschlusslicht SC Spelle-Venhaus. Sie fällt zwei Tage später, am Montag ab 18 Uhr, wenn der Rat der Stadt Oldenburg sehr wahrscheinlich – die Parteien haben sich klar positioniert – für den Bau einer neuen Fußball-Arena stimmt.
Leistungen zu inkonstant
Ein Pro für ein Stadion an der Maastrichter Straße würde für den VfB aus einer sportlich unterdurchschnittlichen Saison eine Spielzeit machen, die der Verein dennoch positiv in Erinnerung behält. Platz sieben in der 4. Liga ist im Jahr eins nach dem Drittliga-Abstieg gleichwohl nicht das, was mit einem der wertvollsten Kader der Spielklasse möglich gewesen wäre. Der Aufschwung unter Fuat Kilic (1,79 Punkte im Schnitt pro Spiel) nach dem Fehlstart nebst Trainerentlassung unter Benjamin Duda (1,14) ist zwar zu erkennen gewesen. Speziell in diesem Jahr aber waren auch die Auftritte unter Kilic zu inkonstant, um oben anzugreifem. Vier Siege, vier Niederlagen und ein Remis stehen in 2024 zubuche – das ist absolutes Mittelmaß.
Von so einem Mittelmaß kann der Aufsteiger aus dem Emsland indes nur träumen. Für den SC Spelle-Venhaus ist die Regionalliga Nord schlichtweg eine Nummer zu groß. Nur elf Punkte in 28 Spielen sowie 78 Gegentreffer und damit 16 mehr als die zweitschwächste Liga-Defensive (Kilia Kiel) drücken die Unterlegenheit des Aufsteigers aus. Mit 23 geschossenen Toren stellen die Speller überdies die schwächste Offensive aller Mannschaften, was insgesamt zu einem katastrophalen Torverhältnis von -55 führt. 1:6 und 0:5 gegen FC St. Pauli II, 2:9 bei Hannover 96 II, 0:4 gegen Phönix Lübeck, 0:4 beim TSV Havelse und 2:7 im Hinspiel beim VfB Oldenburg – es setzte zahlreiche Klatschen in dieser Saison.
Dennoch haben die Speller die Lizenz für die Regionalliga Nord beantragt. „Wir wollen uns im Zweifelsfall nicht vorwerfen müssen, dass wir nicht alles versucht haben“, sagt der Sportliche Leiter Markus Schütte. Es sei „nicht unmöglich“, noch Drittletzter zu werden, und es könne bei der Lizenzvergabe immer wieder Überraschendes passieren.
Für die eine oder andere Überraschung könnte auch Kilic im Emsland wieder sorgen. Zuletzt stürmte Drilon Demaj anstelle von Markus Ziereis und Max Wegner – und schoss gleich mal zwei Tore. Auch die Besetzung des Linksverteidigers mit Marc Schröder kam unerwartet. Im Wissen, dass es an den letzten Spieltagen lediglich noch um eine gute Platzierung geht, könnte der VfB-Coach weitere personelle Experimente mit Blick auf die neue Saison wagen.
Buchtmann-Sperre offen
Die Auswahl dafür ist groß: Lediglich der langzeitverletzte Justin Plautz (Syndesmoseband-OP) und der gesperrte Christopher Buchtmann fehlen. Wie lange der Routinier nach seiner frühen Roten Karte in der vierten Minuten beim danach überzeugenden 4:1-Sieg gegen den Bremer SV fehlen wird, ist noch offen. Ein Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.